Bei Kopf-Halstumoren unter Umständen auch Chemotherapie

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Wenn Kopf-Halstumoren lokal bereits fortgeschritten sind, kann eine Einleitungschemotherapie vor der lokalen Weiterbehandlung Überlebensvorteile bringen.

Haben Patienten mit lokal fortgeschrittenem Kopf-Halstumor einen Überlebensvorteil, wenn sie zunächst mit einer einleitenden Chemotherapie und danach einer lokalen Therapie (Operation, Strahlentherapie) behandelt werden? Dieser Frage gingen Wissenschaftler in einer Studie nach und berichteten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Annals of Oncology.

An der Studie nahmen 136 Patienten ab 18 Jahren mit einem neu diagnostizierten Plattenepithelkarzinom des Mundrachens, der Mundhöhle, des Nasenrachens, des unteren Rachens oder des Kehlkopfes teil. Bei allen war der Tumor lokal fortgeschritten, hatte also eine beachtliche Größe erreicht und/oder sich bereits in die umliegenden Lymphknoten ausgebreitet, aber noch keine anderen Organe erreicht. Die Patienten wurden, je nachdem, um welches Tumorstadium es sich bei ihnen handelte und ob ihr Tumor eine Infektion mit krebserregenden humanen Papillomviren (HPV) aufwies oder nicht, in eine Gruppe mit niedrigem Risiko oder eine Gruppe mit mittlerem oder hohem Risiko für einen Krankheitsrückfall nach der Therapie eingestuft. Sie erhielten eine von zwei möglichen Einleitungschemotherapien, gefolgt von einer lokalen Therapie. In beiden Chemotherapien war unter anderem der Antikörper Cetuximab enthalten.

Beide Einleitungschemotherapien erwiesen sich bei einem Vergleich mit Patienten, die vor der lokalen Therapie keine entsprechende „Vorbehandlung“ erhalten hatten, als vorteilhaft. Die Überlebensraten nach zwei Jahren waren jeweils um 20 Prozent höher. Dieses Ergebnis unterstütze die Annahme, dass eine Cetuximab-basierte Einleitungschemotherapie vor der lokalen Weiterbehandlung Patienten mit lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Halsbereich Vorteile bringen kann – unabhängig davon, ob ein niedriges oder ein hohes Risiko für einen Rückfall besteht.

 

Quelle:

Haddad R I et al. Weekly paclitaxel, carboplatin, cetuximab, and cetuximab, docetaxel, cisplatin, and fluorouracil, followed by local therapy in previously untreated, locally advanced head and neck squamous cell carcinoma. Annals of Oncology, mdy549, Onlinevorabveröffentlichung am 31. Dezember 2018, https://doi.org/10.1093/annonc/mdy549

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Zurück

Aktualisiert am: 20.09.2019 16:20