Bei kleinzelligem Lungenkrebs vorbeugend den Schädel bestrahlen?

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Dies kann unter Umständen die Gefahr von Hirnmetastasen senken.

Kleinzelliger Lungenkrebs breitet sich oft rasch in andere Organe, darunter das Gehirn, aus und bildet dort Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen. Eine Schädelbestrahlung kann dem vorbeugen, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift BMC Cancer nach Auswertung mehrerer Studien bestätigten.

Die Forscher stützten sich in ihrer Analyse auf die Daten aus sieben Studien mit insgesamt 2.114 Patienten mit kleinzelligem Lungenkrebs. Im Vergleich zu Patienten, die keine vorbeugende Schädelbestrahlung erhalten hatten, erlitten Patienten nach einer solchen signifikant seltener Hirnmetastasen. 

Auch ergab sich nach der vorbeugenden Schädelbestrahlung eine leichte Verbesserung des Gesamtüberlebens. Dieser Effekt war in den Studien allerdings nicht einheitlich und hing offenbar unter anderem wesentlich davon ab, ob die Patienten nach einer initialen Chemostrahlentherapie mit bildgebenden Verfahren auf mögliche Hirnmetastasen untersucht worden waren oder nicht. Da die Forscher den Sachverhalt nicht abschließend erklären konnten, könne nach ihrer Ansicht keinesfalls eine grundsätzliche Empfehlung zur vorbeugenden Schädelbestrahlung ausgesprochen werden. In jedem individuellen Fall müssten die Vor- und Nachteile erörtert und entschieden werden.

 

Quelle:

Yin X et al. Prophylactic cranial irradiation in small cell lung cancer: a systematic review and metaanalysis. BMC Cancer 2019, 19:95; https://doi.org/10.1186/s12885-018-5251-3

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 12.11.2019 22:37