Bei Karzinom des äußeren Gehörgangs: Die Operation lokal ausdehnen

Nachricht vom 21.02.2024

Angaben zum Autor und Erstelldatum finden Sie am Ende des Beitrages.

Die lokoregional ausgedehnte Operation ist bei Gehörgangskarzinomen offenbar vorteilhafter. In lokal fortgeschrittenen Fällen sollte sie durch eine Strahlentherapie ergänzt werden. 

Karzinome des äußeren Gehörgangs sind selten, weshalb nur wenig über sie und die optimale Therapie bekannt ist. Wie einer rückblickenden Studie in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer zu entnehmen ist, verbessert sich bei lokal fortgeschrittenem Tumorstadium die Überlebenszeit der Patienten, wenn sich der Operation noch eine Strahlentherapie anschließt.

Die Forscher werteten die Daten eines nationalen französischen Netzwerks (French Expertise Network for Rare ENT Cancers, REFCOR) aus den Jahren 2000 bis 2016 aus. Sie konnten 103 Patienten in 19 Zentren identifizieren, bei denen ein Karzinom des äußeren Gehörgangs aufgetreten war. Die Mehrzahl der Tumoren war erst in einem fortgeschritteneren Tumorstadium diagnostiziert worden.

Mit einer ungünstigeren Prognose und höheren Wahrscheinlichkeit für weitere Krankheitsereignisse waren unter anderem ein schlechter Allgemeinzustand, eine Gesichtslähmung (Fazialisparese) und ein positiver Tumorrand nach der Operation verbunden. Auch ein eingeschränktes Immunsystem wie es bei HIV-Infektionen oder Diabetes mellitus vorkommt, verschlechterten die Prognose. In frühen Tumorstadien erwies sich die lokoregional ausgedehnte Operation als eine wirksame Behandlungsoption. Sie verlängerte im Vergleich zur nur lokalen Operation das ereignisfreie Überleben. Eine Strahlentherapie nach der Operation konnte die Prognose bei frühen Tumorstadien nicht verbessern. Jedoch verlängerte die lokoregional ausgedehnte Operation mit anschließender Strahlentherapie bei lokal fortgeschrittenen Tumorstadien im Vergleich zur alleinigen Chemostrahlentherapie sowohl das ereignisfreie Überleben als auch das Gesamtüberleben.

In frühen Stadien von Karzinomen des äußeren Gehörgangs könne eine regionale Operation empfohlen werden, so die Studienautoren in ihrer Zusammenfassung. Bei lokal fortgeschrittenen Stadien solle sich diesem Eingriff noch eine Strahlentherapie anschließen, um die Überlebensaussichten zu verbessern. 

 

Quelle:

Brenet E et al. Carcinomas of the external auditory canal: management and results: a multicenter REFCOR propensity score matching study. European Journal of Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 10. Februar 2024, https://doi.org/10.1016/j.ejca.2024.113922

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 18.04.2024 19:05