Bei frühem Brustkrebs: Brusterhaltend operieren und bestrahlen ist langfristig effizient

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Die Zehn-Jahresüberlebensdaten einer Studie aus den Niederlanden zeigen, dass die brusterhaltende Operation gefolgt von Strahlentherapie der brustentfernenden Operation in nichts nachsteht.

Bei Brustkrebs im Frühstadium kann mithilfe einer brusterhaltenden Operation gefolgt von Strahlentherapie die Tumorkrankheit ebenso sicher beseitigt werden wie bei einer brustentfernenden Operation (Mastektomie). Auf diesen einfachen Nenner können die differenzierten Ergebnisse einer Studie zum Langzeitüberleben nach beiden Behandlungsarten gebracht werden, die kürzlich in der Fachzeitschrift The Lancet Oncology veröffentlicht wurden.

In der großen bevölkerungsbasierten Studie aus den Niederlanden waren die Daten aller Frauen im niederländischen Krebsregister berücksichtigt worden, die in den Jahren 2000 bis 2004 die Diagnose Brustkrebs im Stadium T1-2 mit höchstens einem bis drei befallenen Lymphknoten in der Achselhöhle (N0-1) und ohne Tochtergeschwülste in anderen Organen (Metastasen M0) erhalten hatten. Sie waren mit brusterhaltender Operation plus Strahlentherapie oder einer Mastektomie behandelt worden. Manche Frauen erhielten zudem unterstützend eine adjuvante systemische Therapie (Chemo-, Hormontherapie), andere nicht. 

Von den rund 37.200 einbezogenen Patientinnen erhielten 58 Prozent eine brusterhaltende Operation mit Strahlentherapie, den übrigen 42 Prozent wurde die gesamte erkrankte Brust entfernt. Auch wenn andere potenzielle Einflussfaktoren wie etwa eine adjuvante systemische Therapie berücksichtigt wurden, war die brusterhaltende Operation plus Strahlentherapie gegenüber der Mastektomie mit einem signifikant besseren Zehn-Jahres-Gesamtüberleben verbunden. Dies galt für alle Tumorstadien (T0-1, N0-1). Hinsichtlich des Zehn-Jahresüberlebens ohne Metastasen gab es in der Gesamtheit keinen statistisch signifikanten Vor- oder Nachteil der brusterhaltenden Operation plus Strahlentherapie gegenüber der Mastektomie. Lediglich Patientinnen mit T1N0-Krankheit, also einem ganz frühen Tumor, der noch klein ist und keine Lymphknoten befallen hat, profitierten auch in diesem Punkt zusätzlich, wenn sie brusterhaltend operiert und anschließend bestrahlt worden waren.

Fazit: Brusterhaltende Operation plus Strahlentherapie der Mastektomie mindestens ebenbürtig

Langfristig könnten Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium offenbar auf bessere Überlebenszeiten hoffen, wenn sie eine brusterhaltende Operation gefolgt von Strahlentherapie erhalten, so die Zusammenfassung der Studienautoren. Bezüglich des Zehn-Jahresüberlebens ohne Metastasen allerdings hänge der Vorteil vom Tumorstadium ab: Hier profitierten nur Frauen mit einem Tumor im ganz frühen Stadium. Jedoch bringe es den Frauen mit einem etwas fortgeschritteneren Tumor keineswegs einen Nachteil, wenn sie brusterhaltend operiert und anschließend bestrahlt werden – die Behandlung sei der Mastektomie ebenbürtig.

 

Quelle:

van Maaren, M. C. et al.: 10 year survival after breast-conserving surgery plus radiotherapy compared with mastectomy in early breast cancer in the Netherlands: a population-based study. The Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 22. Juni 2016, DOI:http://dx.doi.org/10.1016/S1470-2045(16)30067-5

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.07.2017 16:54