Bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs vor der Operation mit Immun- und Chemotherapie behandeln

Nachricht vom 10.04.2023

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Dies steigert die Überlebensaussichten.

Wenn nicht-kleinzelliger Lungenkrebs schon fortgeschritten ist, eine Operation aber dennoch aussichtsreich erscheint, kann es die Überlebensaussichten verbessern, wenn vor dem chirurgischen Eingriff noch eine unterstützende neoadjuvante Therapie durchgeführt wird. Dabei ist es besonders vorteilhaft, die lange Zeit übliche Chemotherapie mit einem Immuncheckpointblocker zu ergänzen. Das bestätigen die Ergebnisse einer zusammenfassenden Überblicksstudie mit systematischem Review und Meta-Analyse, die in der Fachzeitschrift Cancer veröffentlicht wurden.

Für die Studie wurden 66 Studien ausgewertet, in denen Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs in den Stadien I-III operiert worden waren und zuvor eine neoadjuvante Chemotherapie oder Chemoimmuntherapie erhalten hatten. In diesen Tumorstadien hat sich der Tumor höchstens lokal ausgebreitet, nicht aber Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, in anderen Organen gebildet. Bei der Immuntherapie wurden PD1-, PD-L1- und oder CTLA-4-Blocker verwendet. 

Über alle Studien hinweg konnte durch die neoadjuvante Therapie bei gut einem Viertel der Patienten ein pathologisch komplettes Ansprechen erreicht werden - der Tumor war also verschwunden, und bei der Operation konnte das Tumorbett gründlich ausgeräumt werden. Unter der Chemoimmuntherapie war die Wahrscheinlichkeit, ein solches komplettes Ansprechen zu erreichen, siebenmal höher als unter Chemotherapie. Auch das Überleben, ohne dass der Tumor weiter voranschritt, und das Gesamtüberleben waren bei Patienten, die neoadjuvante Chemoimmuntherapie erhalten hatten, signifikant besser. Letztere waren auch signifikant besser, wenn durch die neoadjuvante Therapie ein pathologisch komplettes Ansprechen erreicht wurden. 

Die Wahrscheinlichkeit für ein pathologisch komplettes Ansprechen nach neoadjuvanter Chemoimmuntherapie war höher, wenn der Tumor mehr PD-L1 bildete. In diesem Falle können die Immuncheckpointblocker bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs ihre Wirksamkeit besser entfalten. Gleichzeitig, auch das ein wichtiges Ergebnis der Meta-Analyse, erwies sich die Chemoimmuntherapie als sicher – die immunvermittelten Nebenwirkungen sind bekannt und müssen, wenn sie auftreten, konsequent behandelt werden. 

 

Quelle:

Wu Y et al. Neoadjuvant immunotherapy for advanced, resectable non-small cell lung cancer: A systematic review and meta-analysis. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 30. März 2023, https://doi.org/10.1002/cncr.34755

 

(KvK)

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