Bei fortgeschrittenem Leberkrebs: Multikinasehemmer plus Chemotherapie?

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Eine zusätzliche Chemotherapie zahlte sich in einer Studie nicht aus.

Bei Patienten mit fortgeschrittenem Leberkrebs kann eine Therapie mit einem Multikinasehemmer die Überlebensaussichten verbessern. Bringt es zusätzliche Vorteile, wenn diese Therapie mit einer Chemotherapie kombiniert wird? Dieser Frage gingen Wissenschaftler in einer Studie nach, deren Ergebnisse jetzt in der Fachzeitschrift JAMA Oncology veröffentlicht wurden.

An der Studie nahmen 356 Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Leberkrebs teil. Im Durchschnitt waren sie 62 Jahre alt. Ein Teil der Patienten erhielt eine Chemotherapie mit Doxorubicin alle 21 Tage plus zweimal täglich einen Multikinasehemmer, die andere Hälfte wurde nur mit dem Multikinasehemmer behandelt. 

Die Chemotherapie brachte keinen zusätzlichen Nutzen: Sowohl die Gesamtüberlebenszeit als auch die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschritt, waren in beiden Therapiegruppen vergleichbar. Hingegen kam es infolge der Chemotherapie zu mehr Nebenwirkungen, ein Mangel an weißen Blutzellen und ein Mangel an Blutplättchen traten unter der Kombination Chemotherapie plus Multikinasehemmer deutlich häufiger auf als unter dem Multikinasehemmer allein.

In dieser Studie konnte eine zusätzliche Chemotherapie während der Behandlung mit einem Multikinasehemmer die Aussichten für Patienten mit fortgeschrittenem Leberkrebs nicht verbessern, so die Zusammenfassung der Studienautoren. 

 

Quelle:

Abou-Alfa GK et al. Assessment of Treatment With Sorafenib Plus Doxorubicin vs Sorafenib Alone in Patients With Advanced Hepatocellular Carcinoma. Phase 3 CALGB 80802 Randomized Clinical Trial. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 5. September 2019, doi:10.1001/jamaoncol.2019.2792

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 14.10.2019 16:43