Bei fortgeschrittenem Kopf-Halstumor: Immuntherapie kann vorteilhaft sein

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Wenn die Standardtherapie bei fortgeschrittenem Kopf-Halstumor versagt, kann es sich lohnen, eine Immuntherapie durchzuführen.

Wenn sich bösartige Kopf-Halstumoren bereits in andere Organe mit Tochtergeschwülsten (Metastasen) ausgebreitet haben oder nach einer Therapie zurückkehren, wird standardmäßig eine Chemotherapie in Kombination mit einem Antikörper gegen den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor EGFR durchgeführt. Schreitet der Tumor trotz dieser Behandlung weiter voran, lohnt sich unter Umständen eine Immuntherapie. Dies berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift InFo Hämatologie + Onkologie.

An der internationalen Studie nahmen 495 Patienten teil, die an einem bösartigen Kopf-Halstumor wie Mundrachenkrebs erkrankt waren. Bei einem Teil von ihnen war der Tumor bereits so weit fortgeschritten, dass eine Operation nicht mehr in Frage kam. Bei den anderen schritt die Krankheit trotz einer vorangegangenen Kombinationstherapie weiter voran. Nun erhielten die Patienten entweder die Standardchemotherapie oder eine Immuntherapie mit einem PD-1-Checkpointhemmer. 

Unter der Immuntherapie war das Gesamtüberleben besser als unter der Chemotherapie. Auch die Überlebensrate nach einem Jahr war unter der Immuntherapie besser – sie steigerte sich von 26,5 Prozent auf 37 Prozent. Besonders gut auf die Immuntherapie sprachen diejenigen Patienten an, bei denen im Tumor und im umgebenden Gewebe viel PD-L1 gebildet wurde. Bei ihnen konnte der PD-1-Hemmer offenbar besonders gut wirken.

Die Immuntherapie wurde insgesamt besser vertragen als die Chemotherapie. Damit habe sich die Immuntherapie als eine mögliche Therapieoption bei fortgeschrittenen oder wiedergekehrten Kopf-Halstumoren erwiesen.

 

Quelle:

Journal Club: Rezidivierte oder metastasierte HNO-Karzinome. Pembrolizumab versus Methotrexat, Docetaxel oder Cetuximab. InFo Hämatologie + Onkologie 2019, 22(11):51-53

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 28.01.2020 12:58