Bei fortgeschrittenem Harnwegskrebs: Chemotherapie bleibt Standard

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Die Zugabe eines Antikörpers bringt keinen zusätzlichen Vorteil.

Wenn sich Krebs der Harnblase und Harnwege (Urothelkarzinom) bereits in andere Organe ausgebreitet und Metastasen gebildet hat, kann eine Chemotherapie die Krankheit in vielen Fällen für längere Zeit aufhalten. Dieser Therapie noch einen Antikörper hinzuzufügen, der die Blutversorgung des Tumors drosselt, einen sogenannten Angiogenesehemmer, bringt offenbar keinen Überlebensvorteil. Dies geht aus einem Bericht in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology hervor.

An der Studie nahmen 506 Patienten mit metastasiertem Urothelkarzinom teil. Sie erhielten die Standardchemotherapie mit zwei Wirkstoffen und dazu entweder einen Angiogenesehemmer oder ein Scheinmedikament (Placebo). Wie sich in der Beobachtungszeit herausstellte, war die Überlebenszeit in beiden Behandlungsgruppen gleich. Hinsichtlich Nebenwirkungen gab es keine besonderen Unterschiede, in beiden Gruppen traten schwerwiegendere Nebenwirkungen Grad 3 oder mehr gleichermaßen häufig auf.

Damit, so die Interpretation der Studienautoren, habe sich die zusätzliche Gabe eines Angiogenesehemmers zur Kombinationschemotherapie bei Patienten mit metastasiertem Harnwegs- und Harnblasenkrebs nicht bewährt. Die Chemotherapie bleibe somit der Standard. 

 

Quelle:

Rosenberg JE et al. Randomized Phase III Trial of Gemcitabine and Cisplatin With Bevacizumab or Placebo in Patients With Advanced Urothelial Carcinoma: Results of CALGB 90601 (Alliance). Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 14. Mai 2021, DOI: 10.1200/JCO.21.00286

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 14.06.2021 13:23