Bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs Erhaltungstherapie

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Die Erhaltungstherapie mit einem PARP-Hemmer kann die Krankheit verzögern, die Lebensqualität leidet unter der zusätzlichen Therapie nicht.

Bei neu diagnostiziertem fortgeschrittenem Eierstockkrebs und BRCA-Mutation kann sich an die platinbasierte Chemotherapie eine Therapie mit einem PARP-Hemmer anschließen, die das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschreitet, verlängert. Obwohl es eine zusätzliche Therapie ist, die auch Nebenwirkungen verursachen kann, führt sie einem Bericht in der Fachzeitschrift Lancet Oncology zufolge offenbar nicht zu Einbußen in der gesundheitsbezogenen Lebensqualität.

Die Wissenschaftler hatten in der Phase III-Studie SOLO1 die Wirkung einer Erhaltungstherapie mit einem PARP-Hemmer nach der platinbasierten Chemotherapie im Vergleich zu einem Scheinmedikament (Placebo) getestet. 391 Patientinnen ab 18 Jahren nahmen daran teil. Bei ihnen war kurz zuvor fortgeschrittener hochgradiger seröser oder endometrioider Eierstockkrebs, Krebs des Bauchfells oder der Tuben diagnostiziert worden. Bei allen Patientinnen lag eine BRCA1- oder 2-Mutation vor, die mit einem erhöhten Risiko für Brust- und Eierstockkrebs einhergeht. Sie erhielten nach der platinbasierten Chemotherapie entweder eine Erhaltungstherapie mit einem PARP-Hemmer oder ein Scheinmedikament (Placebo).

Innerhalb der ersten 24 Monate nach Beginn der Therapie stellten sich zwischen den beiden Gruppen keine Unterschiede hinsichtlich der Lebensqualität ein. Wenn bei der Beurteilung der Lebensqualität das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, berücksichtigt wurde, schnitt die PARP-Hemmergruppe signifikant besser ab als die Placebogruppe. Auch in puncto Symptomfreiheit erwies sich die PARP-Hemmertherapie als überlegen. 

Die Ergebnisse unterstützen nach Ansicht der Studienautoren den Einsatz des PARP-Hemmers bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs als Erhaltungstherapie nach einer ersten Chemotherapie.

 

Quelle:

Friedlander M et al. Patient-centred outcomes and effect of disease progression on health status in patients with newly diagnosed advanced ovarian cancer and a BRCA mutation receiving maintenance olaparib or placebo (SOLO1): a randomised, phase 3 trial. Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 13. April 2021, DOI:https://doi.org/10.1016/S1470-2045(21)00098-X

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 18.05.2021 19:46