Bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs: Die Krankheit länger aufhalten

Nachricht vom 30.09.2022

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Durch eine Erhaltungstherapie mit einem PARP-Hemmer und Angiogenesehemmer kann die Krankheit, auch wenn sie bereits ein erstes Mal vorangeschritten ist, länger aufgehalten werden. 

Bei Patientinnen mit neu diagnostiziertem fortgeschrittenem Eierstockkrebs bringt eine Erhaltungstherapie mit einem PARP-Hemmer in Kombination mit einem Angiogenesehemmer einen Überlebensvorteil – das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschreitet, kann verlängert werden. Auch die Zeit, bis die Krankheit danach erneut voranschreitet, kann durch diese Behandlung verlängert werden, wie die neuesten Ergebnisse der PAOLA-1-Studie in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer zeigten.

Die Hinweise darauf, dass eine Erhaltungstherapie mit einem PARP-Hemmer bei Eierstockkrebs die Überlebensaussichten verbessert, mehren sich (s. Nachricht DKG-Webseite vom 23.9.2022). Für Patientinnen, die auf eine erste platinbasierte Chemotherapie in Kombination mit einem Angiogenesehemmer gut ansprachen, wurde in der PAOLA-1-Studie bereits nachgewiesen, dass eine nachfolgende Erhaltungstherapie mit einem PARP-Hemmer und dem Angiogenesehemmer die Krankheit länger aufhalten kann als ein Scheinmedikament (Placebo) plus Angiogenesehemmer. Ermittelt hatten die Wissenschaftler dies anhand des Überlebens, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt. Nun zeigte sich nach einer längeren Beobachtungszeit, dass sich durch die kombinierte PARP-Angiogenese-Hemmertherapie auch das Überleben, nachdem die Krankheit das erste Mal wieder vorangeschritten ist, bis zum weiteren Progress verlängert. Begleitet war dies von einer Verlängerung der Zeit, bis die nächste weiterführende Therapie notwendig wurde.

Damit, so die Interpretation der Studienautoren, bestätigte sich die gute Wirksamkeit einer Erhaltungstherapie mit einem PARP-Hemmer in Kombination mit einem Angiogenesehemmer bei Patientinnen, die bei neu diagnostiziertem Eierstockkrebs gut auf eine platinbasierte Chemotherapie plus Angiogenesehemmung ansprechen. Voraussetzung dafür war allerdings, dass eine Veränderung, eine Mutation, im BRCA1- oder 2-Gen oder eine genomische Instabilität vorlag (homologous recombination deficiency, HRD-positiver Status).

 

Quelle:

Gonzalez-Martin A et al. Maintenance olaparib plus bevacizumab in patients with newly diagnosed advanced high-grade ovarian cancer: Main analysis of second progression-free survival in the phase III PAOLA-1/ENGOT-ov25 trial. European Journal of Cancer 2022, 174:221-31

 

(KvK)

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