Bei Eierstockkrebs die Durchblutung des Tumorgewebes verhindern

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Wird bei zurückgekehrtem Eierstockkrebs neben einer Chemotherapie ein Hemmstoff von Blutgefäßwachstumsfaktoren eingesetzt, lässt sich die Krankheit länger aufhalten. Die Lebensqualität verbessert sich dadurch nur zum Teil.

Die Zugabe von Cediranib, der die Ausstattung von Blutgefäßen in Tumorgewebe, die sogenannte Angiogenese, und damit dessen Durchblutung hemmt, zu einer platinbasierten Chemotherapie sowie fortführend in einer Erhaltungstherapie kann bei zurückgekehrtem Eierstockkrebs das Voranschreiten des Tumors aufhalten. Auf die Lebensqualität wirkt sich das allerdings zumindest im ersten Jahr der Behandlung offenbar nur bedingt aus, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer berichteten.

In der Studie hatten 456 Patienten, die einen Rückfall an Eierstockkrebs erlitten, entweder eine platinbasierte Chemotherapie, eine platinbasierte Chemotherapie und begleitend Cediranib oder eine platinbasierte Chemotherapie, begleitend Cediranib und anschließend Cediranib fortführend als Erhaltungstherapie erhalten. Cediranib hemmt die Bindungsstelle des sogenannten vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors (VEGFR) 1, 2 und 3 - also eines Wachstumsfaktors für Blutgefäße, der für die Ausstattung des Tumorgewebes mit Blutgefäßen entscheidend ist.

Alle drei Wochen während der Chemotherapie und danach alle sechs Wochen bis zu einem Jahr füllten die Patientinnen einen Fragebogen zu ihrem Befinden und ihrer Lebensqualität aus. Zu Beginn beteiligten sich an dieser Befragung 90 Prozent, nach einem Jahr waren es in allen drei Therapiegruppen jeweils noch drei Viertel. 

Der gemessene Unterschied in der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zwischen der nur mit Chemotherapie behandelten Gruppe und der mit Chemotherapie, begleitend Cediranib und Cediranib-Erhaltungstherapie behandelten Gruppe war nicht signifikant. Dies änderte sich allerdings, wenn eine häufige Nebenwirkung der Therapie mit Cediranib berücksichtigt wurde: Durchfall. Darunter litten viele Patientinnen noch während der Erhaltungstherapie so stark, dass sie sich in ihrer Lebensqualität eingeschränkt fühlten. Wurde dieser Faktor bei der Analyse berücksichtigt, war der Gewinn an Lebensqualität infolge der zusätzlichen Therapie mit Cediranib gegenüber der alleinigen Chemotherapie signifikant – vermutlich, so die Studienautoren, weil sich die Überlebenszeit, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, bei der zusätzlichen Therapie mit dem VEGFR-Hemmer gegenüber der alleinigen Chemotherapie signifikant verbesserte.

 

Quelle:

Stark, D. P. et al.: Quality of Life With Cediranib in Relapsed Ovarian Cancer: The ICON6 Phase 3 Randomized Clinical Trial. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung März 2017, DOI: 10.1002/cncr.30657

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 25.05.2017 17:35