Bei Darmkrebs in der Familie: Sich selbst untersuchen lassen

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Die Möglichkeit zur Darmspiegelung für die Früherkennung von Darmkrebs nutzen selbst diejenigen noch zu selten, die ein erhöhtes familiäres Risiko für die Erkrankung haben.

Wenn in der Familie eine Erkrankung an Darmkrebs aufgetreten ist, haben Verwandte ersten Grades ebenfalls ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Sie können deshalb mit dem Darmkrebsscreening bereits ab dem 40. Lebensjahr und nicht wie die übrigen Versicherten ab dem 50. Lebensjahr beginnen. Doch nur wenige nutzen offenbar die Möglichkeit zur Darmspiegelung (Koloskopie), wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Clinical Gastroenterology and Hepatology berichteten.

Die Forscher führten auf der Grundlage einer bevölkerungsbasierten Studie in den Jahren 2015 und 2016 eine Umfrage unter 160.000 Personen im Alter 40 bis 54 Jahren durch. 28.711 Personen beteiligten sich und füllten den Fragebogen aus, davon 8.428 im Alter von 40 bis 44 Jahren, 9.879 45- bis 49-Jährige und 10.404 im Alter von 50 bis 54 Jahren. 

2.705 Personen gaben ab, ein Verwandter ersten Grades sei an Darmkrebs erkrankt (rund neuneinhalb Prozent). Der Anteil der Personen mit an Darmkrebs erkranktem Verwandten ersten Grades nahm mit dem Lebensalter der Befragten zu. Nur gut die Hälfte derjenigen, die einen an Darmkrebs erkrankten Verwandten und damit selbst ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs aufwiesen, hatten sich bereits einer Darmspiegelung (Koloskopie) zur Vorsorge bzw. Früherkennung der Erkrankung unterzogen. Zwar war der Anteil deutlich höher als unter Personen ohne erkrankten Verwandten (hier nur rund ein Viertel), dennoch hatte damit knapp die Hälfte der Berechtigten die empfohlene Untersuchung nicht durchführen lassen. 

Eine von zehn Personen in Deutschland im Alter von 40 bis 54 Jahren weise eine Vorgeschichte an Darmkrebs in der engeren Familie auf und sei damit selbst einem erhöhten Risiko für die Erkrankung ausgesetzt, dies das Resümee der Studienautoren. Und dennoch nehme nur rund die Hälfte von ihnen eine mögliche Früherkennungsuntersuchung für die nicht selten tödlich endende Erkrankung in Anspruch. 

 

Quelle:

Weigl K et al. Prevalence of a First-Degree Relative with Colorectal Cancer and Uptake of Screening Among Persons 40 to 54 Years Old. Clinical Gastroenterology and Hepatology, Onlinevorabveröffentlichung am 4. Dezember 2019, doi 10.1016/j.cgh.2019.11.044

 

(KvK) 

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Zuletzt aufgerufen am: 23.10.2020 21:49