Bei Chemotherapie die Fruchtbarkeit erhalten

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Bei Brustkrebs kann während der Chemotherapie durch eine vorbeugende Behandlung die Eierstocksfunktion erhalten werden, sodass eine Schwangerschaft später noch möglich ist.

Bei jungen Brustkrebspatientinnen kann eine Chemotherapie weitreichende Konsequenzen haben. Auf der einen Seite lebenserhaltend, kann sie auf der anderen Seite die Eierstöcke schädigen und zur Unfruchtbarkeit führen. Es ist deshalb möglich, bei jungen Frauen mit bestehendem Kinderwunsch durch sogenannte Agonisten des luteinisierenden Hormons (LHRHa) die Eierstocksfunktion vorübergehend stillzulegen und auf diese Weise die Eierstöcke vor der Chemotherapie zu schützen. Wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Annals of Oncology berichteten, ist dieses Vorgehen offenbar erfolgreich, ohne den Verlauf der Brustkrebserkrankung negativ zu beeinflussen.

In einer Überblicksstudie werteten die Forscher zwölf randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt mehr als 1.200 Brustkrebspatientinnen aus, die zum Zeitpunkt der Brustkrebsdiagnose noch nicht die Wechseljahre erreicht hatten. Es stellte sich heraus, dass es bei der Anwendung von LHRHa während der Chemotherapie signifikant seltener zu einem vorzeitigen Verlust der Eierstocksfunktion kam. Dieser galt als gegeben, wenn die Monatsblutung auch ein Jahr nach Beendigung der Chemotherapie noch nicht wiedergekommen war. In fünf Studien, in denen über Schwangerschaften nach der Brustkrebstherapie berichtet wurde, wurden mehr Frauen, die während der Chemotherapie mit LHRHa behandelt worden waren, schwanger als Frauen, die diese Therapie nicht erhalten hatten. Unterschiede im krankheitsfreien Überleben wurden bei LHRHa-Anwendung bzw. -Nichtanwendung nicht beobachtet.

Ohne die Prognose der Brustkrebserkrankung zu beeinträchtigen, könne offenbar die Eierstocksfunktion und damit die Fruchtbarkeit bei jungen Brustkrebspatientinnen erhalten werden, wenn sie während der Chemotherapie vorbeugend mit einem Agonisten des luteinisierenden Hormons behandelt würden, so interpretierten die Studienautoren die Ergebnisse.

 

Quelle:

Lambertini, M. et al.: Ovarian suppression using luteinizing hormone-releasing hormone agonists during chemotherapy to preserve ovarian function and fertility of breast cancer patients. A meta-analysis of randomized studies. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 7. September 2015, doi:10.1093/annonc/mdv374

 

(kvk)

 

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Aktualisiert am: 23.05.2017 17:55