Bei Chemotherapie: Damit sich die Mundschleimhaut nicht entzündet

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Die neue S3-Leitlinie zur Supportivtherapie bei Krebspatienten enthält auch zahlreiche Empfehlungen zur Vorbeugung von Mundschleimhautentzündungen unter Chemotherapie.

Eine häufige Nebenwirkung einer Chemotherapie bei Krebs ist die Entzündung der Mundschleimhaut. Die neue S3-Leitlinie der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) zur Supportivtherapie bei Krebspatienten gibt zahlreiche Empfehlungen, wie der Mundschleimhautentzündung im Krankheitsverlauf vorgebeugt werden kann und wie sie sich wirksam behandeln lässt.

Ursache der bei Chemotherapie häufig auftretenden Mundschleimhautentzündung ist eine medikamentenbedingte Rückbildung des Schleimhautepithels - kleine Blutgefäße in der Schleimhaut werden geschädigt, Geschwüre bilden sich. Für die Patienten ist dies oft sehr schmerzhaft, sie können nur eingeschränkt essen und trinken und haben ein erhöhtes Infektionsrisiko. Die Lebensqualität leidet meist sehr.

Um einer Mundschleimhautentzündung bei Chemotherapie vorzubeugen, werden eine gute Mundhygiene und regelmäßige Mundspülungen mit Wasser oder Kochsalzlösung empfohlen. Die Zähne sollten mit einer weichen Zahnbürste gereinigt werden, die Zahnzwischenräume mit Zahnseide und/oder kleinen Zwischenraumbürsten. Auf alkohol- und zuckerhaltige Getränke, scharfe oder heiße Speisen und säurehaltige Lebensmittel sollte während der Chemotherapie ebenso verzichtet werden wie auf das Rauchen oder den Genuss von Kautabak. Auch empfiehlt es sich, die Zähne vor der Chemotherapie noch einmal gut vom Zahnarzt behandeln zu lassen.

Patienten, die bei ihrer Chemotherapie anfangs mit einer größeren Dosis 5-Fluorouracil (5-FU) behandelt werden, und Patienten, die vor einer Stammzelltransplantation eine Hochdosis-Chemotherapie erhalten, wird eine halbstündige Kryotherapie durch das Lutschen von Eiswürfeln empfohlen. Hat sich eine Mundschleimhautentzündung einmal ausgebildet, sollte die Mundpflege mit regelmäßigen Spülungen fortgesetzt werden. Zudem ist eine angemessene Schmerztherapie, bei Bedarf sogar mit Opioiden, notwendig.

 

Quellen:

S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen. Langversion 1.0 – November 2016. AWMF-Registernummer: 032/054OL

Jahn, P. & Riesenbeck, D.: S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen.“ Orale Mukositis durch systemische Tumortherapie. Im Fokus Onkologie 2017, 20(7-8):36-38

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.09.2017 22:05