Bei Brustkrebs mit Antikörper-Wirkstoff-Konjugat behandeln

Nachricht vom 23.05.2023

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Lebensqualität kann erhalten bleiben, auch wenn die Therapiedauer länger ist.

In der DESTINY-Breast03-Studie hatte sich gezeigt, dass ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat mit einem HER2-Antikörper und einem Topoisomerase-I-Hemmer bei Patientinnen mit HER2-positivem metastasiertem Brustkrebs die Überlebensaussichten verbessern kann. Nun zeigen aktuelle Ergebnisse der Studie auch Vorteile in puncto Lebensqualität, wie einem neuen Bericht in der Fachzeitschrift Annals of Oncology entnommen werden kann.

Bei der Antikörper-Wirkstoff-Konjugattherapie wird ein Chemotherapeutikum an einen Antikörper gebunden, wodurch eine Art neuer zielgerichteter Therapie entsteht. Der Antikörper bindet sich an eine spezifische Stelle an den Krebszellen und hat das Chemotherapeutikum quasi im Gepäck, das dann seine Wirkung unmittelbar an den Krebszellen entfalten kann.

In der Studie hatten Patientinnen mit HER2-positivem metastasiertem Brustkrebs entweder ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat mit einem HER2-Antikörper und einem Topoisomerase-I-Hemmer oder ein bislang schon übliches Antikörper-Wirkstoff-Konjugat mit demselben HER2-Antikörper und einem Mikrotubulihemmer erhalten. Die ersten Zwischenanalysen der Studie hatten ergeben, dass die neue Kombination das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, und das Gesamtüberleben signifikant verbessern konnte. 

Doch auch Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität und zu Beschwerden wurden in der Studie erhoben. Die mittlere Therapiedauer mit dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat mit HER2-Antikörper und Topoisomerase-I-Hemmer war deutlich länger als mit dem herkömmlichen Antikörper-Wirkstoff-Konjugat. Trotzdem war keine Einschränkung in der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zu sehen. Mit beiden Therapieschemata konnte bei den Patientinnen die Lebensqualität erhalten werden. 

Zwar statistisch nicht signifikant, aber numerisch zeigten sich unter dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat mit HER2-Antikörper und Topoisomerase-I-Hemmer sogar Vorteile. So traten unter dieser Behandlung weniger Schmerzen auf, die Zeit, bis sich der Zustand verschlechterte, war länger, ebenso die Zeit, bis eine Krankenhauseinweisung notwendig wurde. Dies alles spreche für eine Anwendung des neuen Antikörper-Wirkstoff-Konjugats bei Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs, so die Schlussfolgerung der Studienautoren.

 

Quelle:

Curigliano G et al. Patient-reported outcomes and hospitalization data in patients with HER2-positive metastatic breast cancer receiving trastuzumab deruxtecan or trastuzumab emtansine in the phase 3 DESTINY-Breast03 study. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 12. Mai 2023, https://doi.org/10.1016/j.annonc.2023.04.516

 

(KvK)

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