Bei Borderline-Bauchspeicheldrüsenkrebs vor der Operation noch behandeln?

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Dies kann womöglich Überlebensvorteile bringen.

Wenn bei einem Tumor der Bauchspeicheldrüse nicht ganz klar ist, ob er sich eher gut- oder bösartig verhalten wird (sogenannter „Borderline“-Bauchspeicheldrüsenkrebs), kann es sich womöglich lohnen, vor der notwendigen Operation noch eine unterstützende neoadjuvante Chemotherapie durchzuführen. Das berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Acta Oncologica.

Für die Studie wurden die Daten von 79 Patienten ausgewertet, die zwischen 2010 und 2017 wegen eines Borderline-Bauchspeicheldrüsentumors operiert worden waren. 63 von ihnen erhielten eine neoadjuvante Therapie, die übrigen 16 wurden ohne Chemotherapie sofort operiert. Bei der neoadjuvanten Therapie wurde zuerst eine Chemotherapie durchgeführt, gefolgt von einer Chemostrahlentherapie. Letztlich konnten 39, also 62% der Patienten, die eine Chemo- und Chemostrahlentherapie erhalten hatten, auch operiert werden. 

Dabei hatte die neoadjuvante Therapie bei mehr als zwei Drittel dieser Patienten bewirkt, dass das Tumorgewebe bei der Operation restlos entfernt werden konnte. Bei denjenigen, die sofort, ohne neoadjuvante Therapie operiert worden waren, gelang dies deutlich seltener (rund 44%). Und auch das Überleben, ohne dass es zu einem Rückfall kam, und das Gesamtüberleben waren bei den operierten Patienten besser, wenn sie zuvor noch eine neoadjuvante Therapie erhalten hatten.

Für Patienten mit operablem Borderline-Tumor der Bauchspeicheldrüse könne sich eine vorgeschaltete neoadjuvante Chemo- bzw. Chemostrahlentherapie offenbar vorteilhaft auswirken, so die Schlussfolgerung der Studienautoren.

 

Quelle:

Terlizzi M et al. Neoadjuvant treatment for borderline resectable pancreatic adenocarcinoma is associated with higher R0 rate compared to upfront surgery. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 1. Juli 2021, https://doi.org/10.1080/0284186X.2021.1944662

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 17.09.2021 15:30