Bei Bauchfellmetastasen möglichst umfassend behandeln

Nachricht vom 20.04.2023

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Die Kombination mehrerer Therapieverfahren kann bei ausgewählten Patienten die Überlebensaussichten verbessern.

Wenn sich bösartige Tumoren aus den Verdauungsorganen in das Bauchfell ausbreiten und dort Tochtergeschwülste, sogenannten Metastasen, bilden, stellt die Behandlung die Mediziner vor große Herausforderungen. Manche Patienten können davon profitieren, wenn sie mit verschiedenen Methoden behandelt werden, also eine multimodale Therapie mit systemischer Chemotherapie im Zusammenhang mit der Operation und und hyperthermer Chemotherapie direkt im Bauchfell erhalten. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Onkologie.

Demnach erwies sich in klinischen Studien, dass ausgewählte Patienten von multimodalen Therapiekonzepten profitieren können, die zwar einerseits eine größere Belastung bedeuten, andererseits jedoch stärker die Metastasen bekämpfen. Das wichtigste für eine Verlängerung der Überlebenszeiten ist demnach, dass die Operation so radikal wie nötig durchgeführt wird, also so viel Tumorgewebe wie möglich aus dem Körper entfernt werden kann. Eine gute Voraussetzung dafür ist, dass nicht zu viele Metastasen im Bauchfell vorliegen, die Tumorlast also eher gering ist – dies ermöglicht es, die gesamten tumorbefallenen Bereiche des Bauchfells zu entfernen. Anschließend wird eine HIPEC durchgeführt, bei der die Bauchhöhle mit einer erwärmten Chemotherapielösung gespült wird, um die verbliebenen Krebszellen zu zerstören. Außerhalb der Verdauungsorgane sollten nach Möglichkeit noch keine Metastasen vorliegen, damit diese Behandlung möglichst lange Überlebenszeiten bewirken kann. Eine dritte Behandlungsoption ist die systemische, also im ganzen Körper wirkende Chemotherapie, die in der Regel rund um die Operation durchgeführt wird und die Krebszellen im Körper erreichen soll.

Grundsätzlich müssen die behandelnden Ärzte genau abwägen, welche Therapie bei Bauchfellmetastasen im individuellen Fall geeignet ist. Für eine multimodale Therapie sollten die Patienten einen guten Allgemeinzustand mitbringen, damit sie die Strapazen der Behandlung gut überstehen. Zudem empfehlen die Experten die Behandlung in einem spezialisierten Tumorzentrum, in dem Ärzte und Pflegepersonal entsprechend große Erfahrung für die Erkrankung mitbringen.

 

Quelle:

Blaj S et al. Therapie peritonealer Metastasen. Onkologie 2023, 29(3):213–21

 

(KvK)

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