Behandlungsoptionen bei Harnblasenkrebs

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Oft sind mehrere Therapien mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen erforderlich, um gute Überlebensaussichten zu schaffen.

Die Standardtherapie bei Harnblasenkrebs, der zwar in die Muskulatur der Harnblase eingewachsen ist, noch nicht jedoch in das umliegende Gewebe, ist die Operation. Sie kann zur Heilung führen, muss aber in vielen Fällen mit systemischen, also im ganzen Körper wirkenden Therapien ergänzt werden. Das geht aus einem zusammenfassenden Artikel in der Fachzeitschrift Der Onkologe hervor.

Durch eine unterstützende, sogenannte neoadjuvante Cisplatin-basierte Chemotherapie im Vorfeld der Operation lässt sich der Tumor verkleinern, sodass die Erfolgsaussichten bei der Operation steigen. Die adjuvante Chemotherapie nach der Operation bewirkt, dass im Körper verbliebene Krebszellen zerstört werden. Inzwischen wird in Studien überprüft, ob auch eine Kombination von Chemotherapie und neuartigen Immuntherapien mit sogenannten Checkpointhemmern vor und nach der Operation, also neoadjuvant und adjuvant, die Überlebensaussichten verbessern können. Durch die Checkpointhemmer wird das körpereigene Immunsystem angeregt, verstärkt gegen die Krebszellen vorzugehen. Bislang ist eine solche Kombination von Chemo- und Immuntherapie in der neoadjuvanten und adjuvanten Behandlung bei Harnblasenkrebspatienten allerdings nur im Rahmen von klinischen Studien möglich.

Wenn sich Harnblasenkrebs bereits in andere Organe ausgebreitet und dort Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, gebildet hat, ist die Ersttherapie in der Regel eine Cisplatin-basierte Chemotherapie. Anschließend kann, wenn der Tumor gut darauf angesprochen hat, eine Erhaltungstherapie mit einem Immuncheckpointhemmer durchgeführt werden. Unter bestimmten Bedingungen kann diese Immuntherapie auch sofort, ohne vorherige Chemotherapie erfolgen. Allerdings sind die Überlebensaussichten in diesem Falle etwas ungünstiger, weil es häufiger zu einem Rückfall kommt.

 

Quelle:

Grimm M-O et al. Therapie des muskelinvasiven und fortgeschrittenen Harnblasenkarzinoms. Onkologe 2021, 27:291-302

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 07.12.2021 18:17