Bauchspeicheldrüsenkrebs: Rauchen der gefährlichste Risikofaktor

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In einer Überblicksstudie wurden die Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenkrebs beleuchtet.

Auch wenn die Sterblichkeit an Bauchspeicheldrüsenkrebs in den vergangenen Jahren bereits gesenkt werden konnte, bleibt es eine noch immer schwer zu behandelnde Krankheit, die viele Todesopfer fordert. Weltweit liegt sie, obwohl im Vergleich zu anderen Krebsarten eher selten vorkommend, bei den krebsbedingten Todesursachen an vierter Stelle. Von allen bekannten Risikofaktoren ist das Rauchen offenbar der gefährlichste, wie Wissenschaftler in einem Übersichtsartikel in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology berichteten.

Verschiedene Risikofaktoren sind für Bauchspeicheldrüsenkrebs bekannt. Der offenbar gefährlichste davon ist das Rauchen. Die unzähligen krebserregenden Stoffe (Karzinogene) aus dem Tabakrauch gelangen mit dem Blutstrom rasch in die Bauchspeicheldrüse und reichern sich dort an. Im Vergleich zu Nichtrauchern haben Raucher ein mehr als zweifach erhöhtes Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs, oft erkranken sie schon in jüngeren Jahren.

Ein anderer bedeutender Risikofaktor für die Erkrankung ist Diabetes mellitus Typ II, früher auch als Altersdiabetes bezeichnet. Damit gekoppelt ist ein erhöhter Body Mass Index (BMI) als Ausdruck für Übergewicht, der bei Diabetikern mit Typ II-Erkrankung oft vorkommt. Auch hier zeigt sich ein Zusammenhang zu einem erhöhten Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs. Zwischen Diabetes mellitus Typ 1 und Bauchspeicheldrüsenkrebs ließ sich hingegen bislang keine Verbindung nachweisen. 

Ebenfalls seit längerem wird ein Zusammenhang zu Alkohol diskutiert. Acetaldehyd, ein Abbauprodukt bei der Verstoffwechslung von Alkohol, gilt demnach als krebserregende Substanz, die die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs befördert. Personen, die regelmäßig größere Mengen Alkohol trinken, haben gegenüber Abstinenzlern ein erhöhtes Risiko für die Erkrankung.

Auch die familiäre Krankengeschichte hat einen Einfluss auf das individuelle Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs. So haben Personen, in deren enger Verwandtschaft die Erkrankung bereits aufgetreten ist, selbst ein bis zu zweifach erhöhtes Risiko.

 

Quelle:

Aier I et al. A systematic assessment of statistics, risk factors, and underlying features involved in pancreatic cancer. Cancer Epidemiology 2019,58:104-10

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 27.06.2019 13:07