Bauchspeicheldrüsenkrebs: Intensive Therapie lohnt

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Eine intensive Einleitungschemotherapie gefolgt von einer Chemostrahlentherapie verbessert bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs die Prognose.

Lokal fortgeschrittenen Bauchspeicheldrüsenkrebs, der zunächst nicht mehr operabel ist, mit verschiedenen Therapien anzugreifen, kann sich lohnen, auch wenn die Belastung für die Betroffenen dadurch zunimmt. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie in der Fachzeitschrift Cancer hervor.

In der Studie wurden die Daten von 8.689 Patienten mit lokal fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs ausgewertet, bei denen sich der Tumor zwar lokal, aber noch nicht mit Metastasen in andere Organe ausgebreitet hatte. Ein Teil der Patienten erhielt als erste Behandlung nur eine Chemotherapie, die anderen wurden mit Chemostrahlentherapie behandelt. 

Die kombinierte Therapie war mit einem um mehrere Monate verbesserten Überleben verbunden: Während in der Chemotherapiegruppe nach rund zehneinhalb Monaten die Hälfte der Patienten verstorben war, war dies in der Chemostrahlentherapie erst nach 13,5 Monaten der Fall. Bessere Aussichten hatten außerdem Patienten, die vor der Chemostrahlentherapie eine Einleitungsbehandlung („Induktion“) mit Chemotherapie erhalten hatten, und solche, die nicht nur mit einem einzelnen Chemotherapeutikum behandelt worden waren, sondern mehrere entsprechende Wirkstoffe mit unterschiedlichen Angriffspunkten erhalten hatten. So war in der Gruppe derjenigen, denen in der Einleitungschemotherapie vor der Chemostrahlentherapie mehrere Medikamente verabreicht worden waren, die Hälfte der Patienten nach 17,5 Monaten noch am Leben. Außerdem konnte jeder zehnte von ihnen schließlich doch noch operiert werden, weil sich der Tumor infolge der Chemostrahlentherapie schon so weit zurückgebildet hatte, dass der Eingriff möglich wurde. Diese Patienten hatten die besten Überlebensaussichten, die Hälfte von ihnen war nach 22 Monaten, also nach fast zwei Jahren, noch am Leben.

Durch eine Einleitungschemotherapie mit mehreren Wirkstoffen vor einer Chemostrahlentherapie könne offenbar die Prognose von Patienten mit lokal fortgeschrittenem Prostatakrebs deutlich verbessert werden, so die Interpretation der Studienautoren. 

 

Quelle:

Torgeson, A. et al.: Multiagent induction chemotherapy followed by chemoradiation is associated with improved survival in locally advanced pancreatic cancer. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 16. Juni 2017, DOI: 10.1002/cncr.30780

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 27.07.2017 15:11