Bauchspeicheldrüsenkrebs: Die Strahlendosis verstärken und genau anpassen

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Eine intensitätsmodulierte Strahlentherapie in Kombination mit Chemotherapie kann bei lokal fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs die Überlebensaussichten verbessern.

Für Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs, der lokal bereits fortgeschritten ist und zunächst nicht operiert werden kann, lohnt es sich offenbar, nach einer einleitenden Chemotherapie (Induktionschemotherapie) eine Chemostrahlentherapie mit sogenannter intensitätsmodulierter Strahlentechnik durchzuführen. Dies geht aus einem Bericht in der Fachzeitschrift Acta Oncologica hervor. 

Bei der intensitätsmodulierten Strahlentherapie, kurz IMRT, treffen die Strahlen aus verschiedenen Richtungen auf das zu bestrahlende Gewebe auf. Dies erlaubt es, den Tumor mit einer hohen Dosis zu bestrahlen, ohne das gesunde Gewebe zu stark in Mitleidenschaft zu ziehen.

In der aktuellen Studie wurde die Wirkung der IMRT in Kombination mit Chemotherapie bei 134 Patienten getestet, die die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs im lokal fortgeschrittenen Stadium erhalten hatten. Alle Patienten hatten vor der Chemostrahlentherapie eine Induktionschemotherapie erhalten, zudem erhielten 40 Patienten im Anschluss eine Erhaltungschemotherapie.

Nach einem bzw. zwei Jahren waren 85 bzw. 47 Prozent der Patienten noch am Leben. Bei zehn Prozent der Patienten kam es innerhalb des ersten Jahres, bei 36 Prozent innerhalb von zwei Jahren zu einem lokalen Rückfall. 19 Prozent der Patienten konnten nach erfolgreicher Chemostrahlentherapie doch noch operiert werden, bei den allermeisten von ihnen ließ sich das Tumorgewebe dabei restlos entfernen. In der statistischen Analyse zeigte sich ein Zusammenhang zur intensitätsmodulierten Strahlentherapie: Hatten die Patienten gut auf diese Behandlung angesprochen, waren ihre Chance auf eine vollständige Operation gut. Schritt die Krankheit nach der intensitätsmodulierten Strahlentherapie weiter voran, waren die Überlebensaussichten ungünstiger.

Rund ein Viertel der Patienten erlebte hämatologische, also das blutbildende System betreffende Nebenwirkungen Grad 3 oder 4. Nach Ansicht der Studienautoren sei die intensitätsmodulierte Strahlentherapie in Kombination mit Chemotherapie nach einleitender Chemotherapie bei lokal fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs eine sichere Therapieoption. Spricht der Tumor auf diese Behandlung gut an, könnten eine gute lokale Kontrolle der Krankheit und eine Lebenszeitverlängerung erreicht werden.

 

Quelle:

Huguet, F. et al.: Chemotherapy and intensity-modulated radiation therapy for locally advanced pancreatic cancer achieves a high rate of R0 resection. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 31. Oktober 2016, http://dx.doi.org/10.1080/0284186X.2016.1245862

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 23.10.2017 21:19