Bauchspeicheldrüsenkrebs: Auf die Operation nicht zu lange warten

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Wenn zwischen Diagnose und Operation nicht zu viel Zeit vergeht, steigen die Chancen, dass der Tumor vollständig entfernt werden kann.

Eine Operation wegen Bauchspeicheldrüsenkrebs ist in den meisten Fällen – sofern nicht unmittelbar bedrohliche Komplikationen vorliegen – kein akuter medizinischer Notfall. Doch zu lange sollte mit dem Eingriff nach der Diagnose nicht gewartet werden. Jedenfalls verbesserten sich in einer Studie durch eine Verkürzung der Zeit zwischen Diagnose und Operation die Aussichten der Betroffenen erheblich, wie einem Bericht in der Fachzeitschrift HPB entnommen werden kann.

In der Studie unterzogen sich Patienten, die wegen einer Erkrankung an Bauchspeicheldrüsenkrebs eine Gelbsucht entwickelt hatten, einer Operation. Zu dieser Form der Gelbsucht kommt es, wenn der Tumor den Gallenabfluss verlegt und sich die Galle anstaut. Eine Gruppe von 32 Patienten wurde dabei sofort, innerhalb von 16 Tagen nach dem Krebsbefund in der Computertomographie (CT), operiert. Die anderen 61 erhielten zunächst einen sogenannten Stent, der den Abfluss der Galle wiederherstellte. Anschließend wurden sie wegen des Bauchspeicheldrüsentumors operiert, dies geschah innerhalb von 65 Tagen nach dem CT-Befund.

Der Erfolg der Bauchspeicheldrüsenkrebsoperation war bei den Patienten, die unmittelbar nach der Diagnose operiert worden waren und keinen Stent erhalten hatten, größer: Bei signifikant mehr Patienten von ihnen konnte der Tumor vollständig entfernt werden – eine Voraussetzung dafür, dass der Patient geheilt werden kann oder die Krankheit zumindest für längere Zeit zum Stillstand kommt und sich die Überlebenszeit verlängert.

Durch die Verkürzung der Wartezeit zwischen CT-Befund und Operationstermin mit Verzicht auf die Einlage eines Stents sorgte in dieser Studie dafür, dass mehr Patienten mit symptomatischem Bauchspeicheldrüsenkrebs auf eine vollständige operative Entfernung des Tumors hoffen können. Dies, so die Studienautoren, erhöhe ihr Chance auf Heilung. 

 

Quelle:

Roberts, K. J. et al.: A reduced time to surgery within a ‘fast track’ pathway for periampullary malignancy is associated with an increased rate of pancreatoduodenectomy. HPB 2017, 19(8):713-20

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.10.2017 17:07