Barrett-Ösophagus und Speiseröhrenkrebs frühzeitig erkennen

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Mithilfe eines Rechenmodells kann ein individuell hohes Risiko für die Entwicklung eines Barrett-Ösophagus festgestellt werden.

Wiederkehrender Rückfluss von Speisebrei aus dem Magen kann langfristig die Schleimhaut der Speiseröhre schädigen und einen sogenannten Barrett-Ösophagus hervorrufen, aus dem sich mitunter Speiseröhrenkrebs entwickelt. Oftmals bleibt ein Barrett-Ösophagus unbemerkt, sodass nur wenige Patienten damit erkannt und regelmäßig auf bösartige Veränderungen untersucht werden. Wissenschaftler entwickelten ein Modell, mit dem ein individuell hohes Risiko von Personen für die Krankheit identifiziert werden kann. In der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention stellten sie das Modell vor.

Die Forscher arbeiteten das Modell anhand der Daten einer großen Zahl von Patienten mit Barrett-Ösophagus aus. Acht Risikofaktoren flossen ein: Lebensalter, Geschlecht, Bildungsstand, Ehestatus, Rauchen, Häufigkeit von Speisebreirückfluss und Sodbrennen und die Einnahme von Säureblockern. Zusätzlich wurden Untersuchungsbefunde und die familiäre Krankengeschichte einbezogen.

Mithilfe des Modells ließen sich Personen identifizieren, die ein hohes Risiko für die Entwicklung eines Barrett-Ösophagus hatten. Möglich war dies auch, wenn keine Daten zu Verwandten vorlagen. Den Betroffenen, so die Forscher, könne ein gezieltes Screening auf Speiseröhrenkrebs angeboten werden. Eventuelle bösartige Veränderungen könnten dadurch frühzeitig erkannt und behandelt werden, wodurch sich die Heilungschancen der Betroffenen deutlich verbessern ließen.

 

Quelle:

Sun, X. et al.: Predicting Barrett's esophagus in Families: An Esophagus Translational Research Network (BETRNet) Model Fitting Clinical Data to a Familial Paradigm. Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention, Onlinevorabveröffentlichung am 29. Februar 2016, doi: 10.1158/1055-9965.EPI-15-0832

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.11.2017 15:53