Barrett-Ösophagus: Rückfallrisiko auch später noch

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Das Risiko, nach erfolgreicher Behandlung eines Barrett-Ösophagus’ wieder daran zu erkranken, bleibt auch nach Jahren noch erhöht. Da sich Speiseröhrenkrebs daraus entwickeln kann, sind engmaschige Kontrollen zu empfehlen.

Die schweren Zellveränderungen, die beim sogenannten Barrett-Ösophagus auftreten und als Risikofaktor für Speiseröhrenkrebs gelten, können mithilfe der Radiofrequenzablation, einem Hitzeverfahren, beseitigt werden. Doch das Risiko, dass die Veränderungen zurückkehren, ist hoch – selbst noch ein Jahr nach der Therapie und später. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Gut.

Barrett-Ösophagus ist eine Folge von chronischem Zurückfließen von Speisebrei aus dem Magen in die Speiseröhre, das mit Sodbrennen verbunden ist. Geschieht dies über lange Zeit, werden die Schleimhautzellen der Speiseröhre beschädigt und wandeln sich schließlich bösartig um. In schweren Fällen kann sich Speiseröhrenkrebs daraus entwickeln. Bei der Radiofrequenzablation werden die schwer beschädigten Gewebebereiche in der Speiseröhre durch die Zufuhr großer Hitze („Verkochung“) zerstört.

In der aktuellen Studie wurden 594 Patienten, bei denen ein Barrett-Ösophagus mit schweren Zellveränderungen aufgetreten war, mit Radiofrequenzablation behandelt. Bei allen war nach der Therapie zunächst kein beschädigter Gewebebereich mehr nachweisbar. Dennoch entwickelten 151 Patienten im weiteren Verlauf erneut einen Barrett-Ösophagus. Das kumulative Risiko für einen Rückfall innerhalb von zwei Jahren nach der Therapie betrug in der Studie 19 Prozent, es stieg in den folgenden achteinhalb Jahren noch weiter an. Dabei spielte die Schwere des Barrett-Ösophagus keine Rolle für die Höhe des Rückfallrisikos.

Offenbar, so die Schlussfolgerung der Studienautoren, bleibe das Risiko für einen erneuten Barrett-Ösophagus mit schweren Zellveränderungen nach einer ersten erfolgreichen Therapie über einen längeren Zeitraum konstant. Es sei deshalb nicht zu empfehlen, die Nachsorgeintervalle in den ersten fünf Jahren nach der Behandlung zu vergrößern. Im Gegenteil müsse über intensivere Kontrollen, womöglich auch mit der Entnahme von Gewebeproben (Biopsien) bei den betroffenen Patienten nachgedacht werden, um entsprechende Fälle rechtzeitig zu bemerken. 

 

Quelle:

Sami S S et al. Timeline and location of recurrence following successful ablation in Barrett’s oesophagus: an international multicentre study. Gut, Onlinevorabveröffentlichung Januar 2019, http://dx.doi.org/10.1136/gutjnl-2018-317513

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 17.07.2019 16:57