B-Zelllymphom: Rückfälle im ZNS seltener geworden

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Seit Patienten, die an diffusem großzelligem B-Zelllymphom erkrankt sind, mit dem CD20-Antikörper Rituximab behandelt werden, erleiden nur noch wenige einen Rückfall im Zentralen Nervensystem.

Wenn ein diffuses großzelliges B-Zelllymphom, das zu den Non-Hodgkin-Lymphomen gehört, nach der Behandlung wiederkehrt und sich im Zentralen Nervensystem (ZNS) ausbreitet, ist die Prognose für die Betroffenen ungünstig. Seitdem jedoch der monoklonale Antikörper Rituximab für die Therapie zur Verfügung steht, sind solche Rückfälle offenbar selten geworden, wie aus einem Bericht in der Fachzeitschrift Annals of Oncology hervorgeht.

Rituximab ist ein Antikörper, der sich gegen das Oberflächenantigen CD20 richtet. Es wird hauptsächlich von B-Lymphozyten gebildet. In dem Bericht wurden die Langzeitergebnisse zweier Studien zusammengefasst, in denen insgesamt 984 Patienten ab 18 Jahren, die an einem diffusen großzelligen B-Zelllymphom im Stadium I-IV mit bulky-Krankheit erkrankt waren, alle zwei bzw. drei Wochen mit dem Antikörper Rituximab sowie einer Chemotherapie aus Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin und Prednisolon (R-CHOP) behandelt worden waren. Bei der bulky-Krankheit liegen große Lymphommassen von meist mehr als 7,5 Zentimetern Durchmesser vor Therapiebeginn vor, wodurch ein hohes Risiko für einen Krankheitsrückfall besteht. 

Um einem möglichen Rückfall im ZNS vorzubeugen, erhielten 18 Prozent der Patienten vorbeugend eine spezielle Chemotherapie (Methotrexat, Zytarabin). Nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von rund sechseinhalb Jahren war es bei knapp zwei Prozent aller Patienten zu einem Rückfall im ZNS gekommen. Unter den Patienten, die eine Prophylaxe erhalten hatten, waren solche Rückfälle sogar häufiger als unter jenen, die keine spezielle Prophylaxe erhalten hatten. Am häufigsten kamen die Rückfälle im Nervenzellgewebe (Hirnparenchym) vor, erheblich seltener waren die Hirnhäute betroffen.

Wenn der sogenannte Internationale Prognose-Index (IPI) für aggressive B-Zelllymphome angewendet wurde, kristallisierten sich Hoch-Risikogruppen heraus, die deutlich häufiger als andere Patienten einen Rückfall im ZNS erlitten. Ansonsten, so die Studienautoren in ihrer abschließenden Bewertung, sei die Häufigkeit von Rückfällen im ZNS beim diffusen, großzelligen B-Zelllymphom in der Rituximabära offenbar erheblich zurückgegangen – und das, obwohl bei den Patienten in der Studie eine spezielle Prophylaxe nur selten durchgeführt wurde.

 

Quelle:

Gleeson, M. et al.: Central nervous system relapse of diffuse large B-cell lymphoma in the rituximab era: Results of the UK NCRI R-CHOP-14 versus 21 trial. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 16. Juli 2017, DOI: https://doi.org/10.1093/annonc/mdx353 

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.10.2017 17:07