B-Zelllymphom: Neuer Antikörper ohne Verbesserungen

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Ein neuer CD20-Antikörper bringt in einer Studie bei Patienten mit diffusem großzelligem B-Zelllymphom gegenüber dem bisherigen Standard Rituximab keine Verbesserungen.

Wenn eine Erkrankung am diffusen großzelligen B-Zelllymphom diagnostiziert wird, wird in der Regel eine Kombinationstherapie aus Chemotherapie (Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednison – CHOP) und dem gegen CD20 gerichteten Antikörper Rituximab (R-CHOP) eingeleitet. Nun wurde in einer Studie ein neuer Typ 2-Antikörper gegen CD20, Obinutuzumab genannt, getestet. Den Studienergebnissen in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology zufolge brachte er allerdings keine Verbesserungen gegenüber der Standardtherapie mit R-CHOP.

Hintergrund für die gute Wirksamkeit von anti-CD20-Antikörpern bei Non-Hodgkin-Lymphomen, zu denen das diffuse großzellige B-Zelllymphom zählt, ist die Tatsache, dass das Oberflächenantigen CD20 hauptsächlich von B-Lymphozyten gebildet wird, von denen die Erkrankungen ausgehen können. Vor Beginn der Therapie muss daher zunächst überprüft werden, ob die Krebszellen CD20 tatsächlich ausbilden oder nicht. In welcher Menge B-Lymphozyten CD20 aufweisen, hängt vom Reifestadium der Zellen ab. Ein Antikörper wie Rituximab bindet an CD20 und mobilisiert die körpereigene Immunantwort. Außerdem hat der Antikörper eine eigene antitumorale Wirkung auf CD20-positive Zellen. 

In der jetzt vorliegenden Studie waren 1.418 Patienten mit entweder Rituximab oder dem neuen CD20-Antikörper Obinutuzumab plus sechs oder acht Zyklen Chemotherapie behandelt worden. Die Therapieerfolge waren in beiden Behandlungsgruppen vergleichbar. So waren nach drei Jahren in der Obinutuzumabgruppe noch 70 Prozent, in der Rituximabgruppe noch 67 Prozent der Patienten krankheitsfrei. Patienten mit einem bestimmten Subtyp der Erkrankung hatten bessere krankheitsfreie Überlebenszeiten als Patienten mit einem anderen Subtyp, allerdings war dies unabhängig davon, welche der beiden Therapien sie erhalten hatten. Hingegen traten unter Obinutuzumab häufiger schwerwiegende Nebenwirkungen auf als unter Rituximab. Die häufigsten Nebenwirkungen waren in beiden Gruppen ein Mangel an weißen Blutzellen (Neutropenie), Infusionsreaktionen, Übelkeit und Verstopfung.

Der neue CD20-Antikörper Obinutuzumab konnte in dieser Studie Patienten mit diffusem großzelligem B-Zelllymphom keine Überlebensvorteile im Vergleich zum bisherigen Standard Rituximab bringen, so das Fazit der Studienautoren.

 

Quelle:

Vitolo, U. et al.: Obinutuzumab or Rituximab Plus Cyclophosphamide, Doxorubicin, Vincristine, and Prednisone in Previously Untreated Diffuse Large B-Cell Lymphoma. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 10. August 2017, DOI: 10.1200/JCO.2017.73.3402

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18