Ausbreitung von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im Gehirn verzögern

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Ein Tyrosinkinasehemmer war in einer Studie bei bestimmten Tumoren wirksamer als ein anderer.

In der klinischen Phase III-Studie ALEX hatte sich gezeigt, dass Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs unter Umständen mehr profitieren, wenn sie in der Ersttherapie zielgerichtet mit dem Tyrosinkinasehemmer Alectinib anstelle von Crizotinib behandelt werden. Eine weitere Datenauswertung zeigte nun, dass bei der Erkrankung auch die Ausbreitung des Tumors im Gehirn durch Alectinib länger hinausgezögert werden kann. Die Wissenschaftler berichteten darüber in der Fachzeitschrift Annals of Oncology.

In der Studie waren 303 Patienten ab 18 Jahren, die an fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs erkrankt waren, mit entweder Alectinib oder Crizotinib behandelt worden. Bei allen Patienten lag im Tumorgewebe eine Veränderung (Mutation) der anaplastischen Lymphomkinase vor – dies ist eine Voraussetzung für eine gute Wirksamkeit der beiden Tyrosinkinasehemmer. 122 Patienten hatten bereits bei der Erstuntersuchung zur Studie Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, im Gehirn – 46 waren deshalb bereits bestrahlt worden. 

Bei den Patienten, die mit Alectinib behandelt wurden, konnte die Zeit, bis sich der Krebs im Gehirn weiter ausbreitete, länger hinausgezögert werden als bei den mit Crizotinib Behandelten. Dies galt sowohl für Patienten, die schon bei der Erstdiagnose zur Studie Hirnmetastasen aufwiesen, als auch für Patienten, bei denen der Krebs erst später Tochtergeschwülste im Gehirn absiedelte. Auch war das Ergebnis unabhängig davon, ob schon vorhandene Hirnmetastasen vor der Therapie mit dem Tyrosinkinasehemmer bereits bestrahlt worden waren oder nicht. Die Ansprechrate war unter Alectinib höher als unter Crizotinib.

Offenbar sei Alectinib im Zentralen Nervensystem (ZNS) aktiver wirksam als Crizotinib und könne dadurch die Ausbreitung von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs mit anaplastischen Lymphomkinase-Mutationen im ZNS länger hinauszögern, so die Interpretation der Studienautoren.

 

Quelle:

Gadgeel S et al. Alectinib versus crizotinib in treatment-naïve anaplastic lymphoma kinase-positive (ALK+) non-small-cell lung cancer: CNS efficacy results from the ALEX study. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 12. September 2018, https://doi.org/10.1093/annonc/mdy405

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 19.10.2018 15:04