Auch Pfleger müssen „gepflegt“ werden

Pflegende Angehörige von Lungenkrebspatienten fühlen sich besser, wenn sie seelischen Beistand bekommen

Einen engen Angehörigen, der an Lungenkrebs erkrankt ist, zu Hause zu betreuen und zu pflegen, ist keine leichte Aufgabe. In dieser Situation kann es helfen, sich professionelle Unterstützung zu suchen. Darauf verweisen einmal mehr die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift Cancer, in der pflegenden Angehörigen von Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs in den Stadien I bis IV ein interdisziplinäres „Hilfspaket“ angeboten wurde.

Das Angebot umfasste vier Sitzungen zu jeweils einem der Themen körperliche Probleme, psychische Belastung, soziale Schwierigkeiten und Spirituelles. Dabei wurde auch gezielt auf Fragen und Probleme der Teilnehmer eingegangen. Ein Teil der Studienteilnehmer nahm das Angebot in Anspruch (Interventionsgruppe), eine zweite Gruppe erhielt eine „normale“ Betreuung. 

Zu Beginn und nach zwölf Wochen gab es Befragungen zum jeweiligen Befinden. Die Teilnehmer der Interventionsgruppe fühlten sich nach zwölf Wochen in puncto Sozialbefinden und seelischem Stress signifikant besser als die Teilnehmer der Kontrollgruppe. Sie erlebten die Betreuung und Pflege ihres an Krebs erkrankten Angehörigen seltener als Bürde.

Interdisziplinäre Unterstützung könne pflegenden Angehörigen das Leben in vielen Fällen erleichtern, schlussfolgern die Studienautoren. 

 

Quelle:

Sun, V. et al.: Effectiveness of an interdisciplinary palliative care intervention for family caregivers in lung cancer. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 6. Juli 2015, DOI: 10.1002/cncr.29567

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 21.07.2017 16:59