Auch Jungen künftig gegen HPV impfen

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Die Ständige Impfkommission hat beschlossen, eine Empfehlung für die Impfung von Jungen zwischen neun und 14 Jahren auszusprechen. 

Seit nunmehr elf Jahren wird in Deutschland Mädchen im Alter von zwölf bis 17 Jahren eine Impfung gegen krebserregende humane Papillomviren (HPV) empfohlen. Zahlreiche Untersuchungen lassen vermuten, dass auch Jungen von einer solchen Impfung profitieren können. Nun fasste die Ständige Impfkommission (STIKO) auf ihrer 90. Sitzung Anfang Juni den Beschluss, künftig die HPV-Impfung auch für alle Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren zu empfehlen. Eine Nachholimpfung soll bis zum Alter von 17 Jahren möglich sein. Die HPV-Impfempfehlung für Mädchen bleibt davon unberührt. Dies teilte das Robert Koch-Institut in einer Vorabinformation mit, offiziell gilt die Empfehlung allerdings erst, wenn sie im Epidemiologischen Bulletin 34/2018 veröffentlicht worden sein wird. Die dazugehörige wissenschaftliche Begründung wird nachfolgend im Epidemiologischen Bulletin 36/2018 erscheinen.

HP-Viren werden durch Geschlechtsverkehr übertragen, weshalb durch die Impfung von Jungen vermutlich diejenigen Mädchen und Frauen geschützt werden können, die, aus welchen Gründen auch immer, nicht geimpft worden sind. Noch immer ist der Anteil der gegen HPV geimpften Mädchen und jungen Frauen in Deutschland gering. Zudem ist eine nicht unerhebliche Zahl von Männern mit HPV infiziert und kann die Viren beim ungeschützten Geschlechtsverkehr weitergeben. 

Doch auch die Jungen selbst profitieren von der Impfung. HP-Viren verursachen nämlich nicht nur Gebärmutterhalskrebs, sondern auch Krebsarten, die Männer betreffen können, wie Mundrachenkrebs und Analkarzinome. Darüber hinaus schützt die Impfung vor Genitalwarzen, die zwar gutartig sind, jedoch auch unangenehm und lästig.

Wie rasch die neue Impfempfehlung umgesetzt wird, sodass die Kosten künftig auch tatsächlich von den gesetzlichen Krankenkassen getragen werden, entscheidet sich im Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA). Er hat nach der Veröffentlichung der STIKO-Empfehlung drei Monate Zeit, um die Aufnahme in die Schutzimpfungsrichtlinie zu prüfen. Bis dahin bleibt es den gesetzlichen Krankenkassen selbst überlassen, ob sie die Kosten für eine Impfung von Jungen übernehmen wollen oder nicht.

 

Quelle:

Vorabinformationen des Robert Koch-Instituts am 7. Juni 2018

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 24.09.2018 17:42