Antihormontherapie bei Prostatakrebs verbessern

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Die Zugabe von Apalutamid zur Hormonentzugstherapie bringt Patienten mit Metastasen deutliche Überlebensvorteile.

Apalutamid, ein Wirkstoff, der zu einer neuen Generation von Androgenrezeptorhemmern gehört, also die Wirkung der männlichen Geschlechtshormone Androgene unterbindet, kann Patienten mit fortgeschrittenem hormonempfindlichem Prostatakrebs Überlebensvorteile bringen. Die ersten Ergebnisse einer entsprechenden Studie präsentierten Wissenschaftler anlässlich der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Onkologie (ASCO).

In der Studie erhielten Patienten, deren Prostatakrebs sich bereits mit Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, in andere Organe ausgebreitet hatte, eine antihormonelle Therapie, die die wachstumsfördernde Wirkung der Androgene unterbinden soll (Hormonentzugstherapie). Zusätzlich erhielt die eine Hälfte der Patienten Apalutamid, die andere Hälfte ein Scheinmedikament (Placebo). Zugelassen für die Teilnahme an der Studie waren auch Patienten, die zuvor schon eine andere Therapie (lokale Therapie oder Chemotherapie mit Docetaxel) erhalten hatten.

Wie sich bei der ersten Auswertung nach ca. zwei Jahren Beobachtungszeit zeigte, verbesserte die zusätzliche Gabe von Apalutamid das Überleben, ohne dass die Krankheit voranschreitet, und das Gesamtüberleben signifikant. Auch verlängerte sich die Zeit, bis eine Chemotherapie veranlasst werden musste, weil sich die Krankheit wieder verschlechterte. Die zusätzliche Therapie erwies sich als gut verträglich, nur bei acht Prozent der Patienten unter Apalutamid wurde die Behandlung wegen Nebenwirkungen unterbrochen, unter Placebo war dies bei fünf Prozent der Fall.

In dieser Studie erwies sich die Zugabe von Apalutamid zur antihormonellen Therapie für Patienten mit metastasiertem hormonempfindlichem Prostatakrebs als effizient und sicher, so die Interpretation der Studienautoren.

 

Quelle:

Chi KN et al. First results from TITAN: A phase III double-blind, randomized study of apalutamide (APA) versus placebo (PBO) in patients (pts) with metastatic castration-sensitive prostate cancer (mCSPC) receiving androgen deprivation therapy (ADT). J Clin Oncol 37, 2019 (suppl; abstr 5006)

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 16.09.2019 20:43