Antihormontherapie bei Brustkrebs: Wenn der Tumor nicht mehr anspricht

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Wenn fortgeschrittener Brustkrebs gegenüber einer Antihormontherapie resistent wird, kann eine zusätzliche Behandlung mit einem Enzymhemmer helfen. 

Viele Brustkrebspatientinnen mit hormonempfindlichem Tumor können, auch wenn sich der Krebs bereits in andere Organe ausgebreitet (metastasiert) hat, wirkungsvoll mit einer Antihormontherapie, sogenannten endokrinen Therapie, behandelt werden, wodurch sich das weitere Tumorwachstum verzögert. Doch entwickeln sich nicht selten nach geraumer Zeit Resistenzen, sodass die Krebszellen auf die antihormonelle Therapie nicht mehr genügend ansprechen. In einem solchen Fall kann offenbar die zusätzliche Gabe eines sogenannten CDK4/6-Hemmers (Zyklinabhängige Kinase 4/6-Hemmer) helfen, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology berichteten.

Vorherige Zellanalysen hatten bereits angedeutet, dass eine Hemmung von CDK4/6 Resistenzen gegenüber antihormonellen Wirkstoffen aufheben kann. In die aktuelle Studie wurden 669 Patientinnen mit hormonrezeptorpositivem, HER2-negativem fortgeschrittenem Brustkrebs einbezogen, bei denen die Krankheit während oder kurz nach einer endokrinen Therapie weiter voranschritt. Die antihormonelle Behandlung war vor oder nach der Operation als Unterstützung durchgeführt worden (neoadjuvant oder adjuvant) oder bei metastasierter Erkrankung als erste Therapie. Die Patientinnen erhielten nun eine Kombination des Antiöstrogens Fulvestrant mit entweder dem CDK4/6-Hemmer Abemaciclib oder einem Scheinmedikament (Placebo).

Knapp die Hälfte der mit CDK4/6-Hemmer und Fulvestrant Behandelten sprachen auf die Therapie an, in der Placebo-Fulvestrantgruppe waren es nur 21 Prozent. Dadurch verlängerte sich auch die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschritt um durchschnittlich sieben Monate. Häufigste Nebenwirkungen bei der zusätzlichen CDK4/6-Hemmertherapie waren Durchfall, ein Abfall weißer Blutzellen, Schwindel und chronische Erschöpfung (Fatigue).

Offenbar, so die Studienautoren in ihrer Bewertung, könne eine Therapie mit dem CDK4/6-Blocker Abemaciclib bei Brustkrebspatientinnen mit fortgeschrittenem hormonempfindlichem, HER2-negativem Tumor, der unter antihormoneller Therapie voranschreitet, die Ansprache auf die Therapie wieder verbessern und Überlebensvorteile verschaffen.

 

Quelle:

Sledge, G. W. et al.: MONARCH 2: Abemaciclib in Combination With Fulvestrant in Women With HR+/HER2− Advanced Breast Cancer Who Had Progressed While Receiving Endocrine Therapy. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 3. Juni 2017, DOI: https://doi.org/10.1200/JCO.2017.73.7585

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.10.2017 21:58