Antihormonelle Therapie bei metastasiertem Prostatakrebs unterstützen

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Die Zugabe von Enzalutamid kann Überlebensvorteile bringen.

Bei Patienten mit Prostatakrebs, die auf eine antihormonelle Therapie nicht mehr ansprechen, kann eine Behandlung mit dem Androgenrezeptorhemmer Enzalutamid die Überlebensaussichten verbessern. Gilt dies auch für Patienten, die an metastasiertem, noch hormonempfindlichem Prostatakrebs erkrankt sind, wenn der Wirkstoff zur antihormonellen, die Wirkung von Testosteron unterdrückenden Therapie hinzugefügt wird? Dieser Frage gingen Wissenschaftler in einer Studie nach und berichteten jetzt anlässlich der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Onkologie (ASCO) über ihre Ergebnisse.

In der Studie erhielten Patienten eine antihormonelle, Testosteron-unterdrückende Therapie mit entweder Enzalutamid oder einem Standard Antiandrogen. Ein Teil der Patienten erhielt zudem eine Chemotherapie mit Docetaxel. In der Enzalutamidgruppe waren die Überlebensaussichten besser: Das Gesamtüberleben nach drei Jahren, das Überleben, ohne dass Prostata-spezifisches Antigen (PSA) wieder anstieg, und auch das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, waren besser als in der Gruppe von Patienten, die Enzalutamid nicht erhalten hatten. 

Allerdings traten unter Enzalutamid auch mehr Nebenwirkungen wie chronische Erschöpfung (Fatigue) und Krämpfe auf. Besonders problematisch war offenbar die Kombination mit der Chemotherapie mit Docetaxel. Aus diesem Grund sei, so Experten, von der Kombination von Enzalutamid mit Docetaxel eher abzusehen. Ansonsten könne mit der Zugabe von Enzalutamid zur antihormonellen Therapie bei Patienten mit metastasiertem hormonempfindlichem Prostatakrebs ein Überlebensvorteil erreicht werden. Enzalutamid ist damit der zweite Wirkstoff, von dem eine solche Effektivität bei dieser Patientengruppe auf dem ASCO berichtet wurde (s. Meldung DKG vom 18.06.2019)

 

Quelle:

Davis ID et al. Enzalutamide with Standard First-Line Therapy in Metastatic Prostate Cancer. New England Journal of Medicine, Onlinevorabveröffentlichung am 2. Juni 2019, DOI: 10.1056/NEJMoa1903835

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 16.09.2019 20:43