Antihormonelle Therapie bei Brustkrebs

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Die Art der Therapie hat, wenn es zu einem Rückfall mit Metastasen kommt, keinen Einfluss auf die weitere Prognose.

Einer der häufigsten Gründe dafür, dass hormonempfindlicher Brustkrebs wiederkehrt und Metastasen in anderen Organen bildet, ist die Entwicklung einer Resistenz gegenüber der antihormonellen Therapie. In der Breast International Group (BIG) 1‐98-Studie untersuchten Wissenschaftler, ob die Art der durchgeführten antihormonellen Therapie Einfluss auf die Prognose hat, wenn es zu einem solchen Rückfall kommt. Über ihre Ergebnisse berichteten sie in der Fachzeitschrift Cancer.

Die Forscher verglichen den Krankheitsverlauf nach vier verschiedenen Therapieregimen miteinander, bei allen war die antihormonelle Behandlung fünf Jahre lang durchgeführt worden: ein Antiöstrogen, ein Aromatasehemmer, ein Antiöstrogen gefolgt von einem Aromatasehemmer und ein Aromatasehemmer gefolgt von einem Antiöstrogen.

Erfasst wurden alle Fälle, in denen der Brustkrebs in Form von Metastasen in anderen Organen wiedergekehrt war. Von den 911 betroffenen Frauen waren 38 Prozent 65 Jahre oder älter, 62 Prozent hatten Tumoren von mehr als 2 cm Größe, bei rund 70 Prozent waren bereits Lymphknoten befallen gewesen. 36 Prozent hatten eine unterstützende Chemotherapie vor (neoadjuvant) oder nach (adjuvant) der Operation erhalten. 

Zwischen den verschiedenen antihormonellen Therapiegruppen gab es keinen signifikanten Unterschied hinsichtlich der Überlebenschancen nach dem Auftreten der Metastasen. Dies bedeutet, dass die Art der verabreichten antihormonellen Therapie auf die Prognose nach Metastasenbildung keinen Einfluss hatte. Jedoch erwiesen sich ein höheres Lebensalter, ein größerer Tumor, vier oder mehr befallene Lymphknoten, Progesteronrezeptor-negativer Tumor und ein kürzeres krankheitsfreies Überleben als Risikofaktoren für einen ungünstigeren Verlauf, nachdem sich die Metastasen gebildet hatten.

Wenn Brustkrebs in Form von Metastasen in anderen Organen zurückkehrt, hat die Art der zuvor verabreichten antihormonellen Therapie offenbar keinen Einfluss auf die weiteren Überlebenschancen. Die schon bekannten Risikofaktoren wie beispielsweise Alter, Tumorgröße oder Lymphknotenstatus hingegen beeinflussen die weitere Prognose, so die Zusammenfassung der Studienautoren.

 

Quelle:

Leone JP et al: Clinical behavior of recurrent hormone receptor–positive breast cancer by adjuvant endocrine therapy within the Breast International Group 1‐98 clinical trial. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 8. Dezember 2020, https://doi.org/10.1002/cncr.33318

 

(KvK)

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