Antihormonelle Kombinationstherapie bei fortgeschrittenem Brustkrebs

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Patientinnen nach den Wechseljahren mit hormonempfindlichem metastasiertem Brustkrebs profitieren von einer kombinierten adjuvanten Antihormontherapie.

Frauen nach den Wechseljahren mit hormonempfindlichem Brustkrebs, der sich bereits in andere Organe mit Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, ausgebreitet hat, profitieren davon, wenn sie in der Ersttherapie unterstützend mit einer adjuvanten kombinierten antihormonellen Therapie mit dem Antiöstrogen Fulvestrant und dem Aromatasehemmer Anastrozol behandelt werden. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine.

Für die Analyse der Studienergebnisse lagen Daten von 694 Brustkrebspatientinnen vor, bei denen sich der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose bereits in andere Organe ausgebreitet hatte. Sie hatten eine adjuvante antihormonelle Therapie mit entweder Fulvestrant und Anastrozol oder mit Anastrozol allein erhalten. Infolge der Kombinationstherapie verlängerte sich das Gesamtüberleben signifikant. Dies betraf allerdings nur die Patientinnen, die zuvor noch nicht mit dem Antiöstrogen Tamoxifen behandelt worden waren. Bei Patientinnen, die bereits eine Behandlung mit Tamoxifen hinter sich hatten, unterschied sich das Gesamtüberleben nicht von demjenigen der Patientinnen, die nur mit dem Aromatasehemmer Anastrozol behandelt worden waren.

Die Zahl langfristig auftretender Nebenwirkungen Grad 3 bis 5 war unter Anastrozol plus Fulvestrant bzw. Anastrozol allein ähnlich. Etwa 45 Prozent der Patientinnen der Anastrozolgruppe wechselten im Studienverlauf in die andere Therapiegruppe, nachdem die Krankheit bei ihnen weiter vorangeschritten war. 

Nach Ansicht der Studienautoren könne die adjuvante antihormonelle Ersttherapie mit Fulvestrant und Anastrozol Patientinnen mit hormonempfindlichem metastasiertem Brustkrebs Überlebensvorteile verschaffen.

Antiöstrogene wie Tamoxifen besetzen die Bindungsstellen der Brustkrebszellen, an die normalerweise das Geschlechtshormon Östrogen andockt und Wachstumsreize auslöst. Wird die Bindungsstelle geblockt, kann Östrogen seine Wirkung nicht mehr entfalten, wodurch das Tumorwachstum gebremst wird. Während allerdings bei Tamoxifen eine gewisse Restaktivität an den Östrogenbindungsstellen bestehen bleibt, schaltet das Antiöstrogen Fulvestrant diese vollständig aus und ruft zusätzlich den Abbau solcher Bindungsstellen hervor.

 

Quelle:

Mehta RS et al. Overall Survival with Fulvestrant plus Anastrozole in Metastatic Breast Cancer. New England Journal of Medicine 2019; 380:1226-34

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 23.04.2019 16:38