Antibiotika bei Bauchspeicheldrüsenkrebs?

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Im Gewebe von Bauchspeicheldrüsenkrebs finden sich offenbar häufig Bakterien, die eine Resistenz der Krebszellen gegen Chemotherapie hervorrufen. Ob Antibiotika dagegen helfen und die Wirksamkeit der Krebstherapie steigern können, ist allerdings noch offen.

Zunehmend setzt sich in der Wissenschaftswelt die Erkenntnis durch, dass Mikroben wie Bakterien nicht nur die Entwicklung von Krankheiten befördern, sondern auch die Effizienz von beispielsweise Krebstherapien beeinflussen können. Wie sich nun zeigte, kommen in vielen bösartigen Tumoren der Bauchspeicheldrüse Bakterien aus dem Darm vor, die womöglich die Resistenz, also die Widerstandsfähigkeit der Krebszellen auf das Chemotherapeutikum Gemcitabin fördern. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht.

Die Forscher untersuchten Gewebeproben aus 113 bösartigen Bauchspeicheldrüsentumoren. In 86 Tumoren, also bei drei Viertel der Patienten fanden sie Bakterien, überwiegend Gammaproteobakterien, die zur normalen Darmflora des Zwölffingerdarms gehören. In Mäusen können diese Bakterien eine Resistenz von Krebszellen auf Gemcitabin erzeugen, das standardmäßig in der Chemotherapie zur Behandlung von Patienten mit einem Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse eingesetzt wird. 

Die Forscher wollen nun in künftigen Studien herausfinden, ob die Effizienz von Therapien gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs gesteigert werden kann, wenn die Patienten mit einem wirksamen Antibiotikum gegen die Bakterien behandelt werden.

 

Quelle:

Geller, L. T. et al.: Potential role of intratumor bacteria in mediating tumor resistance to the chemotherapeutic drug gemcitabine. Science 2017, 357(6356):1156-1160

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.10.2017 17:07