Anthrazyklintherapie bei Non-Hodgkin-Lymphom: Auf’s Herz achten

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Vorbestehende Risikofaktoren steigern das Risiko für chemotherapiebedingte Herzstörungen.

Chemotherapie ist bei vielen Krebserkrankungen unerlässlich und lebensrettend oder –verlängernd, hat aber ihren Preis. Dies gilt unter anderem für die Therapie mit Anthrazyklinen bei Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom. Sie können zu Herzstörungen führen, wobei, wie Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology berichteten, das Risiko höher ist, wenn bereits vor der Behandlung Risikofaktoren für Herzerkrankungen besteht.

In einer Studie analysierten Forscher Daten aus dem dänischen Register von 2.508 erwachsenen Überlebenden eines Non-Hodgkin-Lymphoms und 7.399 nicht daran erkrankten Kontrollpersonen. Beide Gruppen waren bezüglich Geschlecht und Alter ausgeglichen. Die ehemaligen Lymphompatienten hatten ihre Diagnose zwischen 2000 und 2010 erhalten. Die Forscher ermittelten Herzerkrankungen, die neun Monate nach der Diagnose bis zum Jahr 2012 aufgetreten waren. Auch bestehende Risikofaktoren für Herzerkrankungen wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Blutzuckerkrankheit (Diabetes mellitus) wurden erfasst.

Verglichen mit den Kontrollpersonen hatten die Non-Hodgkin-Überlebenden ein um 42 Prozent erhöhtes Risiko für Herzstörungen. 115 von ihnen erlitten während der Beobachtungszeit eine Herzerkrankung. 92 Prozent der Non-Hodgkin-Patienten hatten eine Anthrazyklin-haltige Chemotherapie erhalten. 

39 Prozent, also vier von zehn ehemaligen Lymphompatienten wiesen schon vor der Behandlung mindestens einen Risikofaktor für eine Herzstörung auf. Dabei erwiesen sich vorbestehende vaskuläre, also die Blutgefäße betreffende Erkrankungen wie Bluthochdruck als einflusslos. Hingegen steigerten vor der Lymphomdiagnose bestehende Herzerkrankungen das Risiko dafür, dass sich die Herzfunktion nach der Chemotherapie noch verschlechterte.

Bei Patienten mit bereits bestehenden Risikofaktoren für Herzkreislauferkrankungen sollte bei der Therapie gegen Non-Hodgkin-Lymphome mit Wirkstoffen, die das Herz schädigen können, besondere Vorsicht walten, so die Empfehlung der Studienautoren.

 

Quelle:

Salz, T. et al.: Preexisting Cardiovascular Risk and Subsequent Heart Failure Among Non-Hodgkin Lymphoma Survivors. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 18. September 2017, DOI: 10.1200/JCO.2017.72.4211

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Weitere Nachrichten zum Thema Non-Hodgkin-Lymphom

Zurück

Aktualisiert am: 20.10.2017 17:07