Analkrebsvorstufen behandeln

Nachricht vom 24.06.2022

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Bei HIV-Infizierten kann die Gefahr von Analkrebs reduziert werden, wenn die Vorstufen gut behandelt werden.

Menschen, die sich mit dem HI-Virus infiziert haben, haben ein erhöhtes Risiko für Analkrebs, vermutlich, weil ihr Immunsystem angegriffen ist. Hochgradige intraepitheliale Plattenepithel-Läsionen, sogenannte HSILs, gehen der Krebserkrankung oft voraus. Solche HSILs zu behandeln, kann das Risiko für Analkrebs ganz offensichtlich senken, wie in einer Studie in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine berichtet wird.

Die Forscher bezogen in ihre Studie 4.459 Personen ab 35 Jahren ein. Sie waren mit HIV infiziert, außerdem wurde bei ihnen mindestens eine HSIL im Anus nachgewiesen. Die Teilnehmer wurden wegen der HSIL entweder behandelt oder aktiv beobachtet, um einen eventuellen Übergang in Analkrebs rechtzeitig zu bemerken. Bei der Behandlung wurden abtragende (ablative) Verfahren unter Anästhesie angewendet oder Salben, die die Läsion beseitigen konnten.

In der Gruppe mit aktiver Beobachtung traten in gut zwei Jahren mehr Fälle von Analkrebs auf als in der Therapiegruppe, der Übergang von einer Läsion in einen bösartigen Tumor geschah deutlich seltener. Damit, so die Studienautoren, habe sich gezeigt, dass wie bei Gebärmutterhalskrebs auch eine effiziente Behandlung der Vorstufen die Wahrscheinlichkeit für Analkrebs senken kann. 

 

Quelle:

Palefsky JM et al. Treatment of Anal High-Grade Squamous Intraepithelial Lesions to Prevent Anal Cancer. New England Journal of Medicine 2022; 386:2273-82

 

(KvK)

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