Analkrebs: Häufigkeit nimmt zu

Nachricht vom 26.02.2022

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Die Häufigkeit von Analkrebs nimmt zu. Vorbeugende Maßnahmen können empfohlen werden.

Die Häufigkeit von Analkrebs und seinen Vorstufen nimmt zu. Das ist das Ergebnis einer Auswertung von Daten in Dänemark für den Zeitraum 1998 bis 2018. Der Bericht zu der Studie erschien in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology.

In der Studie wurden Daten aus dem Dänischen Krebsregister und dem Dänischen Pathologieregister zur Häufigkeit von Plattenepithelkarzinomen des Anus und hochgradigen intraepithelialen Läsionen des Anus (AIN2/3), die als Vorstufen von Analkrebs gelten, ausgewertet. Dabei wurden 2.580 Fälle von Analkrebs und 871 Fälle von AIN2/3 identifiziert.

Wie sich zeigte, nahm die Häufigkeit von hochgradigen Analkrebsvorstufen bei Frauen zwischen 1998 und 2007 jährlich um durchschnittlich 3,5 Prozent zu. In den Jahren 2008 bis 2018 ging sie wieder zurück. Bei Männern war ein ähnlicher Trend zu beobachten.

Die Häufigkeit von Plattenepithelkarzinomen des Anus hingegen stieg bei beiden Geschlechtern über den gesamten Zeitraum an, bei Frauen jährlich um durchschnittlich vier Prozent, bei Männern um 3,6 Prozent. Die Überlebenszeiten bei einer Erkrankung an Analkrebs verbesserten sich über die Zeit. Ein höheres Lebensalter bei der Diagnose und männliches Geschlecht erwiesen sich als Risikofaktoren für eine ungünstige Prognose. 

Da die Häufigkeit von Analkrebs zunehme, müsse der Erkrankung in Zukunft gebührende Aufmerksamkeit geschenkt werden, so die Schlussfolgerung der Studienautoren. Screeningmaßnahmen seien dabei ebenso zu empfehlen wie die Impfung gegen krebserregende humane Papillomviren (HPV), die der Infektion und damit indirekt der Krebsentstehung vorbeugen kann.

 

Quelle:

Urbute A et al. Trends in incidence and survival from anal cancer and incidence of high-grade anal intraepithelial neoplasia in Denmark. Cancer Epidemiology 2022, 77:102099. https://doi.org/10.1016/j.canep.2022.102099

 

(kvk)

 

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