Alternative bei Leberkrebs

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In einer Studie stellt sich bei Patienten mit fortgeschrittenem Leberkrebs in der Ersttherapie eine neue Substanz als ebenso wirksam heraus wie die Standardtherapie mit Sorafenib. 

Patienten mit fortgeschrittenem Leberkrebs werden, wenn sie sich noch in guter körperlicher Verfassung befinden und ihre Leber gut arbeitet, seit vielen Jahren standardmäßig mit dem Multikinasehemmer Sorafenib behandelt. Nun stellte sich in einer Studie heraus, dass auch eine andere Substanz, die ebenfalls zu den zielgerichteten Substanzen zählt, bei den Patienten in der Erstbehandlung gut wirken kann (Fachzeitschrift Lancet).

In der Studie wurden die teilnehmenden Patienten, die alle an fortgeschrittenem Leberkrebs litten, mit entweder Sorafenib oder Lenvatinib behandelt. Lenvatinib hemmt diverse Bindungsstellen für Wachstumsfaktoren, die das Tumorwachstum begünstigen. Wenn die Wachstumsfaktoren nicht mehr an ihren Bindungsstellen andocken, können sie ihre Wirkung nicht entfalten. Dadurch wird das Tumorwachstum gebremst. Wie sich zeigte, war Lenvatinib in seiner Wirksamkeit dem Standardmedikament Sorafenib nicht unterlegen. In beiden Therapiegruppen war die Hälfte der Patienten nach rund 12 bis 13 Monaten noch am Leben. In anderen Punkten schnitt Lenvatinib sogar besser ab: So war die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschritt, unter Lenvatinib länger als unter Sorafenib, auch die Ansprechrate war höher.

Zum ersten Mal wurde damit eine dem Sorafenib vergleichbar gute Wirksamkeit einer neuen Substanz nachgewiesen, so die Studienautoren.

 

Quelle:

Kudo M et al. Lenvatinib versus sorafenib in First-line treatment of patients with unresectable hepatocellular carcinoma: A randomised phase 3 non-inferiority trial. Lancet 2018, 391(10126):1163–1173

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 17.06.2019 09:45