Ältere Krebspatienten: Als Notfall in die Klinik

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Vor allem bei älteren Patienten wird die Krebserkrankung oft erst dann festgestellt, wenn sie als Notfall in die Klinik kommen

Noch immer werden Krebserkrankungen erst spät, im bereits fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert und nicht selten geschieht dies, wenn die Patienten notfallmäßig in die Klinik gekommen sind. Das geht aus einem Bericht von Wissenschaftlern in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology hervor.

Die Forscher hatten über einen Zeitraum von 15 Monaten festgehalten, wie oft in den Jahren 2011-2012 Patienten als Notfall in die Klinik kamen und bei dieser Gelegenheit die Diagnose Krebs erhielten. Die häufigste Diagnose war Lungenkrebs (ein Fünftel der Fälle), gefolgt von Tumoren des Zentralen Nervensystems und Darmkrebs. Brustkrebs, Harnblasenkrebs und Prostatakrebs kamen hingegen seltener unter den Notfallpatienten vor.

Die Hälfte der Patienten war bereits 74 Jahre alt. Bei einem Drittel von ihnen konnte aufgrund ihres schlechten körperlichen Zustands keine Biopsie für die Diagnose vorgenommen werden, sie starben oft bereits innerhalb von nur drei Monaten.

Gerade ältere Menschen würden bei Symptomen, die auf Krebs schließen lassen, noch immer viel zu spät eine adäquate Diagnostik erhalten, so das Fazit der Studienautoren. Zu den Gründen dafür lieferte die Studie keine genaueren Anhaltspunkte. Jedoch solle die Betreuung älterer Menschen vonseiten der Medizin so verbessert werden, dass diese nicht erst als Notfall in die Klinik eingeliefert werden müssen.

 

Quelle:

Savage, P. et al.: Clinical characteristics and outcomes for patients with an initial emergency presentation of malignancy: A 15 month audit of patient level data. Cancer Epidemiology, Onlinevorabveröffentlichung am 1. Dezember 2014, doi.org/10.1016/j.canep.2014.11.001

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 21.09.2017 16:40