Alkoholeinfluss auf Krebsrisiko nicht unterschätzen

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Wissenschaftler bestätigen, dass der Alkoholkonsum ein Risikofaktor für viele Krebserkrankungen ist

Einer der bedeutendsten Risikofaktoren für Krebserkrankungen ist das Rauchen. Ein anderer, oftmals unterschätzter Faktor ist Alkohol: Wie Wissenschaftler kürzlich in der Fachzeitschrift Cancer Causes and Control berichteten, sind ca. drei Prozent aller Krebsfälle in Deutschland auf den Konsum von Alkohol zurückzuführen.

Die Forscher werteten Daten zum Alkoholkonsum und Rauchen aus, die in einer deutschlandweiten Datenbank zwischen 2008 und 2011 erfasst worden waren. In Verbindung mit ebenfalls vorliegenden Krebszahlen errechneten sie den Anteil an Krebsfällen, der auf Alkohol zurückging. Demnach war im Jahr 2010 der Alkoholkonsum für ca. 13.000 Krebserkrankungen verantwortlich, das waren drei Prozent aller Krebsfälle. Am stärksten war der Zusammenhang bei Speiseröhrenkrebs – hier hatte Alkohol einen Anteil von rund 48 Prozent bei Männern und 36 Prozent bei Frauen. Den geringsten Einfluss hatte Alkohol mit zehn Prozent bei Männern auf Darmkrebs und knapp sieben Prozent bei Frauen auf Brustkrebs. Dabei reichten schon moderate Mengen Alkohol, um das Krebsrisiko zu erhöhen.

Besonders ungünstig, so die Studienautoren, wirke sich das Zusammentreffen von Alkohol und Rauchen aus – vor allem Krebserkrankungen im oberen Verdauungs- und Atemtrakt sind hiervon betroffen. 

 

Quelle:

Wienecke, A. et al.: Incident cancers attributable to alcohol consumption in Germany, 2010. Cancer Causes and Control, Onlinevorabveröffentlichung am 24. März 2015, 10.1007/s10552-015-0566-8

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs:

Zurück

Aktualisiert am: 19.09.2017 17:21