Alkohol: Wie viel schädigt die Leber?

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Alkohol ist ein Risikofaktor für Leberkrebs. Doch ab welchen Mengen wird es eigentlich gefährlich?

Alkohol führt – regelmäßig in größeren Mengen genossen – zu Umbauprozessen in der Leber und gilt deshalb als ein Risikofaktor für Leberkrebs. Doch wie viel Alkohol kann man eigentlich trinken, bevor es wirklich zu einer Gefährdung kommt? Dieser Frage gingen Wissenschaftler in einer Überblicksstudie nach und präsentierten kürzlich ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Cancer Causes & Control.

Die Forscher analysierten die Daten und Ergebnisse aus insgesamt 112 Veröffentlichungen zum Thema. Der Zusammenhang von Alkohol und Leberkrebs bestätigte sich. Schon 12 g Alkohol pro Tag – dies entspricht etwa einer Flasche Bier oder einem Longdrink - erhöhten das Risiko, an Leberkrebs zu erkranken, wenn auch nur geringfügig. Bei 50 g Alkohol täglich – also knapp drei Gläsern Wein oder etwa mehr als zwei großen Bier – war das Leberkrebsrisiko um 50 Prozent erhöht; vier Gläser Wein pro Tag erhöhten es schon um mehr als das Doppelte.

Daneben beobachteten die Forscher ein Zusammenwirken anderer Faktoren mit Alkohol. Bei einer Hepatitis wirkte sich Alkohol ebenso deutlich ungünstiger aus wie bei Diabetes mellitus, der Zuckerkrankheit. Allerdings räumten die Wissenschaftler ein, müsse dies noch einmal in Studien überprüft werden, bevor endgültige Schlüsse daraus gezogen werden könnten.

 

Quelle:

Chuang, S.-C. et al.: Alcohol consumption and liver cancer risk: a meta-analysis. Cancer Causes & Control, Onlinevorabveröffentlichung am 2. Juli 2015, 10.1007/s10552-015-0615-3

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs:

Zurück

Aktualisiert am: 23.11.2017 15:09