Alkohol und Krebsrisiko

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Eine Untersuchung unter Patienten mit schwerer alkoholbedingter Lebererkrankung bestätigt: Nicht nur das Risiko für Leberkrebs ist erhöht, auch andere Organe werden durch den Alkohol in Mitleidenschaft gezogen.

Alkoholismus und dadurch bedingte Leberzirrhose sind ein Risikofaktor – nicht nur für Leberkrebs, sondern auch, wie finnische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift International Journal of Cancer berichteten, für Krebserkrankungen anderer Organe.

Die Forscher stützten sich auf die Daten von rund 8.800 Männern und 3.100 Frauen, bei denen eine schwere alkoholbedingte Lebererkrankung wie alkoholische Leberzirrhose oder alkoholische Leberentzündung (Hepatitis) diagnostiziert worden war. Von ihnen erkrankten zwischen 1996 und 2013 mehr als 1.000 an Krebs – das waren rund zweieinhalbmal mehr, als bei einem Vergleich mit der Allgemeinbevölkerung zu erwarten gewesen wären. Statistisch signifikant erhöht war das Risiko für Leberkrebs (59-mal höher als in der Allgemeinbevölkerung), Rachenkrebs (neunmal höher), Mundhöhlenkrebs, Speiseröhrenkrebs, Zungenkrebs, Kehlkopfkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Lungenkrebs, Magenkrebs, Nierenkrebs und Darmkrebs. Hingegen gab es keine Krebsart, an der die Patienten mit alkoholischer Lebererkrankung seltener erkrankten als Personen aus der Allgemeinbevölkerung. 

Nach Ansicht der Studienautoren müsse darüber nachgedacht werden, Patienten mit schwerer alkoholbedingter Lebererkrankung eine intensivierte Überwachung bezüglich Krebsfrüherkennung anzubieten.

 

Quelle:

Sahlman, P. et al.: Cancer incidence among alcoholic liver disease patients in Finland: A retrospective registry study during years 1996–2013. International Journal of Cancer 2016, 138(11):2616-2621

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.11.2017 17:14