Aktualisierte Leitlinie für Basalzellkarzinome der Haut

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Die S2k-Leitlinie zum Basalzellkarzinom der Haut wurde überarbeitet. Die Aktualisierung betrifft im unter anderem Neues zu den Therapien, insbesondere der Operation.

Das Basalzellkarzinom zählt zum hellen oder „weißen“ Hautkrebs, weil es sich nicht aus den pigmentbildenden Zellen, den Melanozyten, entwickelt, sondern aus den Basalzellen. Der bisherige, neben Basalzellkarzinom gängige Name „Basaliom“ wird mit der aktualisierten Leitlinie abgeschafft, um zu betonen, dass es sich um einen potenziell aggressiven Tumor handelt. Basalzellkarzinome breiten sich zwar nur selten mit Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, in andere Organe aus. Jedoch wachsen sie oft zerstörerisch in das umgebende Gewebe ein und können dabei große Schäden anrichten.

Die wichtigste Behandlungsoption beim Basalzellkarzinom bleibt auch nach der aktualisierten Leitlinie die Operation. Sie muss möglichst weit im gesunden Gewebe erfolgen, damit das Rückfallrisiko so gering wie möglich ist. Wenn eine Operation nicht möglich ist, können lokale Therapien wie 5%ige Imiquimodcreme, 5-Fluorouracil oder die photodynamische Therapie angewendet werden. Sie sind recht erfolgreich, allerdings mit einem höheren Rückfallrisiko als die Operation behaftet.

Handelt es sich um einen lokal weit fortgeschrittenen oder gar metastasierten Tumor stehen neben der Operation die Strahlentherapie und eine systemische Therapie mit einem Hedgehog-Blocker (zum Beispiel Vismodegib oder Sonidegib) zur Verfügung. Letztere können auch unterstützend vor der Operation (neoadjuvant) eingesetzt werden.

Neu in der aktualisierten Leitlinie ist eine Tumoreinteilung, in der nicht nur das Tumorstadium, sondern stärker noch bestehende Risiken für einen Rückfall berücksichtigt werden. So besteht beispielsweise bei Basalzellkarzinomen im Gesicht, insbesondere an der Nase, den Augenlidern und an den Ohren ein höheres Rückfallrisiko als bei Tumoren in anderen Körperregionen.

 

Quellen:

S2k-Leitlinie 032-021 „Basalzellkarzinom“ (Aktualisierung 2017/18)

Starostzik, C. Leitlinien-Update zum Basalzellkarzinom. An erster Stelle steht fast immer die chirurgische Therapie. hautnah dermatologie 2019;35(1):46-9

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 15.09.2019 21:08