Aktive Überwachung bei lokal begrenztem Nierenkrebs

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Kann eine sichere Alternative zur sofortigen Therapie sein.

Bei noch lokal begrenztem Nierenkrebs kann es mitunter vorteilhaft für die Patienten sein, wenn nicht sofort eine Therapie eingeleitet wird, sondern sie aktiv „überwacht“ werden und die Therapie erst dann beginnt, wenn der Tumor weiter voranschreitet. Einer neuen Studie in der Fachzeitschrift European Urology zufolge ist dies offenbar auch mittel- und langfristig eine erfolgreiche Strategie.

In der Studie wurden die Daten von 457 Patienten ausgewertet, die zwischen 2000 und 2016 in einer Klinik die Diagnose Nierenkrebs erhalten hatten. Eine Therapie wurde bei ihnen erst dann eingeleitet, wenn der Tumor, der anfänglich zwischen 1,5 und 3 cm groß war, weiterwuchs. Für das Gesamtüberleben hatte es keine Bedeutung, wie lang der Zeitraum zwischen Diagnose und Beginn einer Therapie war. Innerhalb der ersten fünf Jahre verstarben nur 1,2 Prozent der Patienten am Nierenkrebs. Bei lediglich einem von insgesamt 99 Patienten, die auch fünf Jahre nach der Diagnose noch keine Therapie erhalten hatten, traten schließlich Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, in anderen Organen auf.

Offenbar, so die Studienautoren, werde eine Therapie bei Patienten mit lokal begrenztem Nierenkrebs, die zunächst aktiv überwacht werden, wenn überhaupt innerhalb der ersten zwei bis drei Jahre notwendig. Anschließend trete nur noch seltener ein Ereignis auf, das einen Therapiebeginn notwendig mache. Nach Ansicht der Studienautoren habe sich in dieser Studie die aktive Überwachung bei lokal begrenztem Nierenkrebs auch mittel- und langfristig als sicher und sinnvoll erwiesen.

 

Quelle:

McIntosh A G et al. Active Surveillance for Localized Renal Masses: Tumor Growth, Delayed Intervention Rates, and >5-yr Clinical Outcomes. European Urology 2018, https://doi.org/10.1016/j.eururo.2018.03.011

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 21.09.2018 13:53