Aggressives Liposarkom mit neuem Wirkstoff behandeln

Nachricht vom 21.04.2022

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Wenn schon mehrere Therapien erfolglos blieben, kann die Behandlung mit einem neuen Wirkstoff noch Überlebensvorteile bringen.

Dedifferenzierte Liposarkome sind bösartige Tumoren, die sich aus den Fettzellen entwickeln. Im Gegensatz zu gut-differenzierten Tumoren verhalten sie sich aggressiv und breiten sich gern in andere Organe aus. Bislang gibt es vergleichsweise wenige therapeutische Optionen. Ein neuer Wirkstoff, der das Protein Exportin1 (XPO1) hemmt, kann bei bereits vorbehandelten Patienten Vorteile bringen, wie einem Bericht in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology zu entnehmen ist.

Berichtet wurden die Ergebnisse einer Phase II-III-Studie, an der Patienten ab 12 Jahren mit fortgeschrittenem dedifferenziertem Liposarkom teilnahmen. Alle hatten bereits mehrere Therapien hinter sich, auf die der Tumor nicht oder nicht mehr ansprach. Nun erhielten sie entweder den XOP1-Hemmer oder ein Scheinmedikament (Placebo).

Die Therapie mit dem neuen Wirkstoff zahlte sich aus: Das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, wurde im Vergleich zu Placebo signifikant verlängert, ebenso die Zeit, bis eine weitere Therapie notwendig wurde. Die häufigsten Nebenwirkungen unter dem neuen Medikament waren Übelkeit, Appetitlosigkeit und chronische Erschöpfung (Fatigue).

Für bereits vorbehandelte Patienten mit fortgeschrittenem dedifferenziertem Liposarkom könne der neue Wirkstoff eine neue Option sein, so die Einschätzung der Studienautoren. Sie vermuten, dass einzelne Patientengruppen mit bestimmten Tumormerkmalen mehr von der Therapie profitieren als andere. Dies gelte es, weiter zu erforschen.

 

Quelle:

Gounder MM et al. Selinexor in Advanced, Metastatic Dedifferentiated Liposarcoma: A Multinational, Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 8. April 2022, DOI https://doi.org/10.1200/JCO.21.01829

 

(KvK)

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