Aggressiver Hirntumor im Kindesalter

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Eine intensive Chemostrahlentherapie nach der Operation kann sich bei atypischen teratoiden/rhabdoiden Tumoren offenbar lohnen.

Atypische teratoide/rhabdoide Tumoren sind aggressive Tumoren des Gehirns, die in der frühen Kindheit auftreten können. Bislang existiert keine Standardtherapie bei dieser Erkrankung. In einer Studie wurde untersucht, wie sich eine intensive Chemotherapie und fokale Strahlentherapie nach der Operation auswirken. Über die Ergebnisse berichteten die Forscher in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology.

An der Studie nahmen 65 Patienten bis 22 Jahre teil, 54 von ihnen waren jünger als drei Jahre. Nach der Operation erhielten sie zwei Zyklen Chemotherapie mit mehreren Wirkstoffen, gefolgt von drei Zyklen einer Hochdosis-Chemotherapie und einer fokalen, also auf ein bestimmtes Gebiet begrenzten Strahlentherapie. 

Die Behandlung senkte gegenüber früheren Therapiegruppen das Risiko für ein weiteres Krankheitsereignis signifikant. Wenn ein Krankheitsrückfall auftrat, geschah das in der Regel in den ersten beiden Jahren. Der Zeitpunkt der Strahlentherapie spielte für die Prognose keine Rolle.

Nach Ansicht der Studienautoren habe sich das in der Studie angewendete Therapieschema gegenüber den bisherigen therapeutischen Optionen als überlegen erwiesen. Die Überlebensaussichten der Patienten könnten dadurch deutlich verbessert werden. Dies müsse nun in weiteren Studien überprüft werden.

 

Quelle:

Reddy AT et al. Efficacy of High-Dose Chemotherapy and Three-Dimensional Conformal Radiation for Atypical Teratoid/Rhabdoid Tumor: A Report From the Children’s Oncology Group Trial ACNS0333. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 27. Februar 2020, DOI: 10.1200/JCO.19.01776

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24