Adjuvante Therapie bei Nasenrachenkrebs

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Nach Strahlen- oder Chemostrahlentherapie ist nicht in jedem Falle eine adjuvante Therapie nötig. Zur Entscheidung kann ein Test auf Epstein-Barr-Virus-DNA im Blut herangezogen werden.

Mitunter kann es sinnvoll sein, bei Patienten mit Nasenrachenkrebs nach der Strahlentherapie oder Chemostrahlentherapie noch eine unterstützende, adjuvante Therapie durchzuführen. Doch welche Kriterien sind dafür ausschlaggebend, wann sich diese Behandlung lohnt? Wissenschaftler identifizierten als einen möglichen Faktor für die Entscheidung den Nachweis von DNA, also Erbgut, des Epstein-Barr-Virus im Blut nach absolvierter Strahlentherapie. Dies, so ein Bericht in der Fachzeitschrift Annals of Oncology, könne in Verbindung mit dem Tumorstadium ein guter Indikator dafür sein, ob eine adjuvante Therapie gebraucht würde oder nicht.

Die Forscher stützten sich auf die Daten von Patienten, bei denen Nasenrachenkrebs im Stadium II bis IVB diagnostiziert worden war. Alle hatten eine Strahlentherapie oder Chemostrahlentherapie mit kurativer Absicht erhalten, also der Intention, die Patienten von ihrer Erkrankung zu heilen. Einige Patienten hatten zudem vor der Strahlen- oder Chemostrahlentherapie eine unterstützende neoadjuvante Chemotherapie erhalten, andere nicht. Innerhalb von 120 Tagen nach der Strahlentherapie war bestimmt worden, ob sich Epstein-Barr-Virus-DNA im Blutplasma fand oder nicht.

Mithilfe einer Kombination aus dem Test auf Epstein-Barr-Virus-DNA im Plasma und dem Tumorstadium ließ sich ein Modell entwickeln, das die Patienten in drei Gruppen unterteilte: eine Niedrig-, eine Mittel- und eine Hoch-Risikogruppe. Wie sich zeigte, kann bei den Patienten mit niedrigem Risiko auf die adjuvante Therapie verzichtet werden, ohne dass Einbußen im Therapieerfolg zu befürchten wären. Dieser Patientengruppe könnten somit Nebenwirkungen der adjuvanten Therapie erspart bleiben. 

Die Kombination des Tests auf Epstein-Barr-Virus-DNA im Plasma und des Tumorstadiums war bei der Identifizierung von Patienten mit niedrigem Risiko für einen Krankheitsrückfall genauer, als wenn allein das Tumorstadium als Kriterium herangezogen wurde – so die Zusammenfassung der Studienautoren.

 

Quelle:

Hui EP et al. Integrating postradiotherapy plasma Epstein–Barr virus DNA and TNM stage for risk stratification of nasopharyngeal carcinoma to adjuvant therapy. Annals of Oncology 2020, 31(6):769-79

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 02.07.2020 15:09