Adjuvante Therapie bei Brustkrebs im Frühstadium

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Bei der Auswahl der Therapie ist das Lebensalter offenbar ein entscheidender Parameter.

Patientinnen mit triple-negativem Brustkrebs im Frühstadium können von einer unterstützenden, sogenannten adjuvanten Therapie nach der Operation profitieren. Doch wie diese Behandlung aussehen sollte, hängt offenbar von verschiedenen Faktoren ab: Die einzelnen Gruppen von Patientinnen sprechen unterschiedlich auf die Therapien an. Das ist das Ergebnis einer bevölkerungsbasierten Kohortenstudie, die in der Fachzeitschrift JAMA Network Open veröffentlicht wurde.

In die Studie wurden die Daten von 7.730 Patientinnen im Alter von durchschnittlich knapp 60 Jahren einbezogen, die aus einem Surveillance, Epidemiology, and End Results Krebsregister stammten und zwischen 2010 und 2015 erhoben worden waren. Die Patientinnen litten an Brustkrebs im Frühstadium ohne Lymphknotenbefall und ohne Metastasen in anderen Organen (T1N0M0). Das Fünf-Jahresgesamtüberleben lag bei knapp 92 Prozent.

Über alle Altersgruppen hinweg war jede Form der adjuvanten Therapie mit einem besseren Gesamtüberleben verbunden. Allerdings führte nur die adjuvante Chemotherapie zu einem besseren brustkrebsspezifischen Überleben, d.h. nur die Patientinnen, die eine adjuvante Chemotherapie erhalten hatten, starben seltener an der Brustkrebserkrankung selbst. 

Die Analyse, in der das Lebensalter berücksichtigt wurde, förderte jedoch etwas Anderes zutage: So hatten Patientinnen über 70 Jahre in der adjuvanten Behandlung häufiger eine Strahlentherapie als eine Chemotherapie erhalten. Und sie profitierten auch deutlich davon: Sowohl das Gesamtüberleben als auch das brustspezifische Überleben waren bei einer adjuvanten Strahlentherapie nach brusterhaltender Operation besser. Bei den jüngeren Patientinnen war dies nicht der Fall. Sie profitierten sowohl im Gesamtüberleben als auch im brustkrebsspezifischen Überleben stärker von der adjuvanten Chemotherapie.

Grundsätzlich, so die Schlussfolgerung der Studienautoren, sei eine adjuvante Behandlung nach der Operation bei Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium ohne Lymphknotenbefall und Metastasen vorteilhaft. Ältere Patientinnen profitieren stärker von einer Strahlentherapie, jüngere stärker von einer Chemotherapie. Die Studie zeige, dass die adjuvante Therapie auf das Lebensalter und das Tumorstadium abgestimmt sein müsse, um optimale Behandlungsergebnisse zu erreichen.

 

Quelle:

Zhai Z et al: Evaluation of Adjuvant Treatments for T1 N0M0 Triple-Negative Breast Cancer. JAMA Network Open 2020;3(11):e2021881. doi:10.1001/jamanetworkopen.2020.21881

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 21.10.2021 13:03