Adjuvante Immuntherapie bei Harnwegskrebs

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In bestimmten Fällen kann sich eine unterstützende Therapie mit einem PD1-Blocker nach der Operation lohnen.

Nach der Operation bei Harnwegskrebs, der aufgrund bestimmter Merkmale ein hohes Rückfallrisiko birgt, kann womöglich eine unterstützende, sogenannte adjuvante Immuntherapie mit einem PD1-Blocker die Aussichten verbessern. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine.

An der Phase III-Studie nahmen Patienten mit Harnwegskrebs teil, der sich bereits in die Muskulatur der Harnblase oder Harnwege ausgebreitet hatte. Sie unterzogen sich einer Operation und erhielten anschließend alle zwei Wochen bis zu ein Jahr lang eine adjuvante Therapie mit entweder einem PD1-Blocker oder einem Scheinmedikament (Placebo). 

Infolge der adjuvanten Immuntherapie verdoppelte sich die krankheitsfreie Überlebenszeit nahezu. Nach sechs Monaten waren noch drei Viertel der Patienten unter dem PD1-Blocker krankheitsfrei, in der Placebogruppe waren es 60 Prozent. Auch das Überleben ohne Rückfall der Erkrankung außerhalb des Harntrakts verbesserte sich durch die adjuvante Immuntherapie. Unter der Therapie mit dem PD1-Blocker traten mehr Nebenwirkungen Grad 3 oder höher auf als unter der Placebogabe.

Unter bestimmten Umständen könne die adjuvante Immuntherapie mit einem Checkpoint-PD1-Blocker das krankheitsfreie Überleben bei Patienten mit in die Muskulatur eingewachsenem Hoch-Risiko-Harnwegskrebs verbessern. 

 

Quelle:

Bajorin DF et al. Adjuvant Nivolumab versus Placebo in Muscle-Invasive Urothelial Carcinoma. New England Journal of Medicine 2021; 384:2102-14

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 14.06.2021 13:23